Porsche bekommt grünes Licht für höheren VW-Anteil

21. Juli 2006, 12:11
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Deutsches Kartellamt hat keine Einwände, Anteil kann auf Sperrminorität von 25,1 Prozent ausgebaut werden

Düsseldorf - Der Sportwagenhersteller Porsche kann seinen Anteil am größten europäischen Autokonzern Volkswagen auf eine Sperrminorität von 25,1 Prozent ausbauen.

Das Bundeskartellamt billigte am Freitag einen entsprechenden Antrag von Porsche. Die Geschäftstätigkeit der beiden Hersteller überschneide sich nur in den Bereichen Sport- und Geländewagen, erklärten die Kartellwächter zur Begründung. Eine marktbeherrschende Stellung werde durch die Anteilsaufstockung aber weder entstehen noch verstärkt werden. "Das Amt hat keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken", erklärte Kartellamtschef Ulf Böge.

Mit der Möglichkeit der Aufstockung des Porsche-Anteils am größten europäischen Autokonzern Volkswagen um 3,9 auf 25,1 Prozent kann der hochprofitable Stuttgarter Sportwagenbauer seinen Einfluss auf Entscheidungen bei den Wolfsburgern auch nach einem möglichen Wegfall des VW-Gesetzes behaupten.

Einflussnahme

Das aus den 1960er Jahren stammende Gesetz legt fest, dass kein VW-Aktionär mehr als 20 Prozent der Stimmrechte ausüben kann, und erschwert faktisch eine Übernahme. Die Europäische Union sieht in dem Gesetz eine illegale Investitionshürde und verlangt dessen Abschaffung.

Porsche will mit der insgesamt 3,5 Mrd. Euro teuren Beteiligung an VW auch seine Zusammenarbeit mit dem Wolfsburger Konzern absichern, zu dem auch die Tochter Audi gehört. Neben der Zusammenarbeit bei den Geländewagen Cayenne und Touareg wollen Porsche und VW auch bei Hybrid-Antrieben und bei der geplanten vierten Baureihe von Porsche kooperieren. VW wird für die 2009 geplante viertürige Baureihe unter anderem lackierte Rohkarossen liefern.

Die Aktien von Porsche und Volkswagen notierten nach der Mitteilung geringfügig im Minus. Porsche ist seit Herbst 2005 größter Aktionär bei VW. Das Land Niedersachsen ist nur noch zweitgrößter Anteilseigner. Die ursprüngliche Porsche-Beteiligung von gut 18 Prozent ist durch die Einziehung eigener Volkswagen-Aktien zwischenzeitlich auf 21,2 Prozent gewachsen. (APA)

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    Das Logo eines VW-Porsche 914, eine Gemeinschaftsproduktion von VW und Porsche aus den siebziger Jahren.

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