"Gott verlassen": Christen, Moslems und Juden diskutieren

7. Juli 2006, 11:21
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Bei Ökumenischer Sommerakademie im Stift Kremsmünster thematisiert unter anderem Verhältnis von Religionen und Menschenrechten

Linz - Vertreter verschiedener Glaubensrichtungen sind von 12. bis 14. Juli im Rahmen der Ökumenischen Sommerakademie im Stift Kremsmünster (Bezirk Kirchdorf) in Oberösterreich zu Gast. Sie diskutieren über die Rolle der Menschenrechte in ihren Religionen. "Gott verlassen - Menschenwürde und Menschenbilder" lautet das Thema, eine zentrale Frage ist, ob Grundrechte in der Religion begründet oder die Errungenschaft eines weltlichen Rechtstaates sind.

Vorträge

Der islamische Soziologe Fuad Kandil referiert über das Thema "Menschenwürde im Islam", die jüdische Sicht erklärt der Frankfurter Wissenschaftler Micha Brumlik. Der Salzburger Dogmatiker Hans-Joachim Sander beschäftigt sich ebenso wie der evangelische Theologe Wolfgang Vögele aus Berlin und der Tübinger Ethiker Dietmar Mieth mit dem Verhältnis von Menschenwürde und christlichem Menschenbild.

Religionen und Menschenrechte

Das Verhältnis von Religionen und Menschenrechten aus juristischer und sozialethischer Sicht ist eine weitere Facette des Themas. Dieser Blickwinkel wird vom Leiter des Deutschen Instituts für Menschenrechte, Heiner Bielefeldt, vom Linzer Völkerrechtler Heribert Köck und der Schweizer Theologin und Autorin Ina Prätorius beleuchtet.

Den Abschluss der Tagung bildet eine Diskussion mit Vertretern verschiedener christlicher Kirchen: Der griechisch-orthodoxe Metropolit Michael Staikos, der Superintendent der Evangelischen Kirche in Oberösterreich, Gerold Lehner, und der Generalvikar der Diözese Linz, Severin Lederhilger, analysieren "gesellschaftliche Problemzonen" aus kirchlicher Perspektive.

Die Veranstalter der Ökumenischen Sommerakademie sind der ORF Oberösterreich und ORF-Religion, der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich, die Katholisch-Theologische Privatuniversität Linz, die Linzer Kirchenzeitung, das Evangelische Bildungswerk Oberösterreich, das Stift Kremsmünster und das Land Oberösterreich. Die Veranstaltung, die heuer zum achten Mal stattfindet, ist allgemein zugänglich. (APA)

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