Mehr Zoff

9. Juli 2006, 18:06
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Das Institut für Grundlagenforschung befragte repräsentativ 300 Unternehmen. Fazit: Die Führungskräfte erwarten intern mehr Zoff

Österreichs Unternehmen steht intern mehr Zoff bevor. Das erwarten zumindest die Führungskräfte von 300 durch das Institut für Grundlagenforschung (IGF) repräsentativ befragten Unternehmen.

Damit räumen die Chefs ein, dass Druck und Tempo weiter steigen werden, dass sich Unsicherheit über die berufliche Zukunft und ständige Veränderung auch in den letzten noch "heilen" Bereichen durchsetzen dürften.

Gleichzeitig wissen sie, dass es Brösel gibt, wenn man Junge und Ältere in der Firma sich einfach nur "zusammenraufen" lässt. Vor allem dann, wenn die Firma die Älteren auf die Pension warten lässt und den Jüngeren nicht einmal horizontale Perspektiven anbieten kann.

Wettbewerbs- und Internationalisierungsdruck mit all ihren Folgen kommen von außen dazu. Die Erwartung der Führungskräfte nach zunehmend mehr Konflikten in ihren Betrieben ist nachvollziehbar. Und was tun sie mit ihrem Wissen?

Mehr als die Hälfte hält sich für "konfliktscheu". Es wird also nichts angesprochen. Entweder weil es "unangenehm" ist, Angst vor Eskalation besteht oder das einer der insgesamt unangenehmeren Teile von Führungsverantwortung ist – Konflikte offen anzusprechen setzt ja voraus, auch zu Handlungen bereit zu sein.

In nur einem Drittel der untersuchten Unternehmen gibt es Mitarbeiter mit Ausbildung zur Konfliktlösung. Und: Je kleiner, desto weniger Konfliktkultur, desto weniger hat man sich Gedanken zu den Möglichkeiten für Konfliktlösung gemacht, so die Studie.

Die boomende Zunft der Wirtschaftsmediatoren hat noch eine Menge Kommunikationsarbeit zu leisten. (Karin Bauer, Der Standard, Printausgabe 8./9.7.2006)

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