Neue Schuldenfallen Handy-Gebühren und Internet-Shopping

13. Juni 2000, 19:22

Bei der Vorarlberger IfS-Schuldenberatung geben sich immer jüngere Klienten die Klinke in die Hand.

Bregenz - Autokauf, Hausstandsgründung, selbstständige Tätigkeit oder Eingehen einer Bürgschaft sind klassische Gründe für private Pleiten. Neuerdings sind hohe Handy-Gebühren oder offene Rechnungen für Internet-Shopping als Ursachen für Schulden junger Menschen im Vormarsch. Das betonte am Dienstag Peter Kopf, Leiter der IfS-Schuldenberatung, bei der Präsentation des Jahresberichtes 1999 in Bregenz.

Vor zwölf Jahren wurde die Schuldenberatung als Ergänzung psychosozialer Beratungsdienste des Vorarlberger Instituts für Sozialdienste (IfS) gegründet. Im vergangenen Jahr haben an die 1.600 Menschen - etwa ein Drittel mehr als 1998 - die IfS-Schuldenberatungsstellen in Bregenz und Feldkirch aufgesucht. "Unsere Klienten werden immer jünger", beobachtet Geschäftsführer Peter Kopf ein ständiges Sinken der Hemmschwelle, sich zu verschulden. Beinahe 50 Prozent der Klienten sind unter 35 Jahre alt. Im Durchschnitt betrug die Verschuldung der Ratsuchenden über einer Million Schilling.

Auch wenn die Arbeitslosenzahlen sinken, ist nach den Erfahrungen der IfS-Serviceeinrichtung der Verlust des Arbeitsplatzes immer noch einer der wesentlichen Auslöser, dass Schuldner ihre Kredite nicht zurück zahlen können. Kopf: "Die Zunahme der Scheidungen, Spar- und Belastungspakete der öffentlichen Hand, die Zunahme von Teilzeitjobs und damit verbundene Einkommenseinbußen, eine Erkrankung oder ein Unfall sind weitere Gründe, dass aus einer Verschuldung eine Überschuldung wird und der Weg in den Privatkonkurs überlegt werden muss".

Schulden übernehmen kann die Beratungsstelle nicht. Gemeinsam mit den Betroffenen werden neue Strategien und Haushaltspläne entwickelt, um die Schuldenlast zu mildern oder zu beseitigen. Nach dem Grundsatz, wonach Vorbeugen besser als Heilen ist, bietet die IfS-Schuldenberatung in Vorarlbergs Berufsschulen eines neues Präventivangebot mit Workshops zum Thema Geld, Konsum und Schulden an. In Vorträgen und Diskussionen wird die Gefahr unbedachten Schuldenmachens aufgezeigt und über die Folgen von nicht bezahlten Krediten und Rechnungen informiert. Kopf: "Die Resonanz ist beträchtlich". (APA)

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