JoWooD einigt sich mit Ex-Chefs - Kleinaktionäre prüfen rechtliche Schritte

28. Juli 2006, 12:12
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Tobler verzichtet auf seine Ansprüche und zahlt 300.000 Euro an JoWooD - Pistauer darf 300.000 Aktien zu je einem Euro kaufen

Wien/Rottenmann - Der börsenotierte steirische Computerhersteller JoWooD Productions Software AG hat laut einem Bericht des "WirtschaftsBlatt" (Freitag) das "Kriegsbeil" mit den Ex-Vorständen Andreas Tobler und Michael Pistauer begraben und eine Einigung über offene Ansprüche des Unternehmens gegen die beiden Ex-Chefs erzielt. Die Aktionäre gaben bei der Hauptversammlung am Donnerstag grünes Licht für die gütliche Einigung, doch wollen sich einige Kleinaktionäre damit nicht begnügen und prüfen rechtliche Schritte.

Pistauer, der selbst noch offene Gehaltsforderungen gegen JoWooD in Höhe von 700.000 Euro habe, verzichte auf diese, so die Zeitung. Im Gegenzug erhalte er die Option, 300.000 Stück JoWooD-Aktien zu je einem Euro zu zeichnen - zuletzt notierten die Titel mit 2,33 Euro (die Emission 2006 mit 2,23 Euro). "Ich freue mich, dass die Angelegenheit endlich erledigt ist", wird ein erfreuter Pistauer zitiert, der die Aktienoptionen auf jeden Fall ausüben wolle.

Salomonisches Urteil

Tobler, der auf Forderungen gegen JoWooD in sechsstelliger Euro-Höhe gehabt habe, müsse auf diese verzichten und zusätzliches noch 300.000 Euro an das Unternehmen bezahlen. Dies sei "ein salomonisches Urteil", so Aufsichtsrat Michael Sares zum "WirtschaftsBlatt". Er nimmt an, dass der Vergleich in den nächsten Tagen fixiert wird.

Gefahr könnte aber noch von einigen Kleinaktionären drohen. "Wir lassen noch rechtlich prüfen, ob wir als Kleinaktionäre gegen die Ex-Vorstände gesondert vorgehen", sagt Aktionärsvertreter Erhard Salchenegger laut der Zeitung. Auf der HV am Donnerstag in Rottenmann ließ sich das JoWooD-Management auch einen neuerlichen Kapitalrahmen in der Höhe von bis zu 9,26 Mio. Stück Aktien genehmigen.

Dafür gibt es bereits konkrete Pläne: "Wir führen Verhandlungen mit einem Unternehmen außerhalb Europas, das wir übernehmen wollen", verrät Sares. Geplant ist ein reiner Aktiendeal. Sares: "Damit würde sich der Umsatz von JoWooD mit einem Schlag verdoppeln." (APA)

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    JoWood-Firmengründer und Ex-Chef Andreas Tobler.

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