Bush sucht internationalen Rückhalt

15. Juli 2006, 09:42
15 Postings

Japan reichte Entwurf für UNO-Resolution ein

Chicago/Seoul - US-Präsident George W. Bush will im Raketenstreit mit Nordkorea die internationale Gemeinschaft geschlossen hinter sich bringen. Er wolle der Regierung in Pjöngjang unter Einschaltung des UNO-Sicherheitsrats "laut und deutlich" klar machen, dass die Welt die Raketentests verurteile, erklärte Bush am Freitag in Chicago. Japan brachte unterdessen bereits einen Resolutionsentwurf im Weltsicherheitsrat ein, in dem Nordkorea Sanktionen angedroht werden.

Entwurf

Der am Freitag vorgelegte Entwurf ignoriert damit Bedenken der ständigen Mitglieder China und Russland, eine solche Drohung würde die Spannungen weiter erhöhen. Dennoch erklärte der amerikanische Nordkorea-Unterhändler Christopher Hill am Freitag in Seoul, die Kritiker der jüngsten nordkoreanischen Raketentests "sprechen mit einer Stimme". Hill äußerte sich vor Gesprächen mit der südkoreanischen Regierung über die aktuelle Lage. Zuvor hatte er in Peking mit der chinesischen Führung beraten.

Bush erklärte in Chicago vor Journalisten, eine diplomatische Lösung für die nordkoreanische Raketenbedrohung benötige Zeit, und genau das sei das Problem. Er wolle dennoch erst die Welt bei der Konfrontation mit Pjöngjang hinter sich bringen.

Auf den Alleingang der USA im Irak angesprochen, sagte Bush: "Ich habe immer erklärt, dass es für einen amerikanischen Präsidenten wichtig ist, vor dem Einsatz von Gewalt alle diplomatischen Wege auszuschöpfen". Beim Irak seien seiner Ansicht nach "alle diplomatischen Optionen ausgeschöpft gewesen". (APA/dpa)

Share if you care.