Saddams Verteidiger: Den Haager Strafgerichtshof muss eingreifen

9. Juli 2006, 14:15
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Ludot: Zeugen bedroht und inhaftiert, noch nicht ermordeten Anwälte können nicht frei reden

Paris - Die Anwälte Saddam Husseins haben am Donnerstag den Internationalen Strafgerichtshof aufgefordert, die "Versäumnisse" beim Verfahren gegen den gestürzten irakischen Präsidenten zu untersuchen. Saddam sei Kriegsgefangener im Sinne der Genfer Konvention, erklärte der Anwalt Emmanuel Ludot in Paris. Alle Verfehlungen seien Verstöße gegen diese Konvention und könnten damit als Kriegsverbrechen betrachtet werden.

Zeugen der Verteidigung würden bedroht und inhaftiert, sagte Ludot. Die noch nicht ermordeten Anwälte Saddams könnten nicht frei reden. Zudem drohe Saddam im Bruch mit der New Yorker Konvention der Bürgerrechte von 1966 die Todesstrafe. Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag ist seit dem 1. Juli 2002 zuständig für die weltweite Verfolgung von Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen. Er wird von den USA nicht anerkannt. (APA/dpa)

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