Regierung Prodi will Einbürgerung von Ausländern erleichtern

18. Juli 2006, 14:47
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Innenminister: Wer sich fünf Jahre legal im Land aufhält, soll künftig italienische Staatsbürgerschaft erhalten können

Rom - Die italienische Regierung plant, die Einbürgerung von Ausländern zu erleichtern. Wer sich fünf Jahre lang legal im Land aufgehalten habe, solle künftig die italienische Staatsbürgerschaft erhalten können, sagte Innenminister Giuliano Amato am Donnerstag in Rom. Entsprechende Pläne würden derzeit von seinem Ministerium geprüft. Die Äußerungen Amatos stießen auf starken Widerstand bei der rechtspopulistischen Partei Lega Nord, die 2002 mit der Regierung unter dem damaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi eine Verschärfung der Einwanderungsbedingungen durchgesetzt hatte.

In Italien werden jährlich fast 170.000 Aufenthaltsgenehmigungen erteilt. Ende 2005 wurden nach Angaben der Caritas mehr als drei Millionen legale und knapp 500.000 illegale Einwanderer in Italien gezählt. Die neue Regierung unter Ministerpräsident Romano Prodi hatte Bemühungen zur Integration der Einwanderer angekündigt. Auch Frankreich hatte am Donnerstag nach massiven Protesten in weiten Teilen der Bevölkerung angekündigt, landesweit "mehrere tausend" von der Abschiebung bedrohte Familien mit Aufenthaltsgenehmigungen auszustatten. (APA)

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