Portugal: Streik gegen Beamtenabbau legt öffentlichen Dienst lahm

27. Juli 2006, 15:32
1 Posting

Regierung will zur Senkung des Budgetdefizits 75.000 Posten streichen

Lissabon - Ein Streik der Staatsbediensteten in Portugal hat am Donnerstag zu landesweiten Beeinträchtigungen geführt. Der Betrieb von Krankenhäusern, Sozialversicherungsbüros und öffentlichen Verkehrsmitteln wurde zum Teil erheblich gestört. Der Protest richtete sich gegen ein Regierungsvorhaben, 75.000 Stellen im öffentlichen Dienst zu streichen. Der Plan ist Teil der Bemühungen des sozialistischen Ministerpräsidenten Jose Socrates, das prozentual größte Haushaltsdefizit in der Euro-Zone abzubauen.

Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich 75 bis 80 Prozent der 700.000 Staatsbediensteten an dem Ausstand. Das Finanzministerium sprach von nur zehn Prozent Streikbeteiligung in der Zentralregierung, konnte aber keine Angaben für den restlichen öffentlichen Dienst machen.

Die Schaffung einer effizienteren Staatsverwaltung ist ein Hauptziel der Regierung von Regierungschef Socrates. Nach Einschätzung von Analysten hängen davon dessen Chancen ab, Vertrauen in die Wirtschaft des ärmsten Landes in Westeuropa zurückzugewinnen. Kurz nach seinem Amtsantritt im März 2005 hatte Socrates bereits die Bezüge des öffentlichen Dienstes gekürzt. Die größte Gewerkschaft der Staatsbediensteten sieht deren Verfassungsrechte durch die geplante Reform verletzt. (APA/Reuters)

Share if you care.