1.700 Kalorien täglich sind zu wenig

9. Juli 2006, 17:47
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UN World Food Programme: Indonesien kämpft gegen Unterernährung und Kindersterblichkeit

Jakarta/Wien - Die UNO schlägt Alarm: Viel zu viele Menschen in Indonesien sind laut einer Ernährungsstudie des United Nations World Food Programme (WFP) unterernährt. Eine große Anzahl der Kinder sei untergewichtig, die Kindersterblichkeit enorm: 55 von 1.000 Kinder sterben unmittelbar nach der Geburt.

Verheerendes Problem

Weniger als 1.700 Kalorien am Tag - also deutlich weniger als die empfohlenen 2.100 Kalorien - nehmen die Indonesier nach Angaben der UN-Studie zu sich. Mehr als 30 Prozent der Vorschulkinder in 772 untersuchten Gemeinden sind untergewichtig - vor allem in weiten Teilen Sumatras, im Osten Javas und in West-Kalimantan. "Hunger und Unterernährung sind noch immer ein verheerendes Problem des Landes", sagte Aburizal Bakrie, indonesischer Minister für Sozialhilfe.

Neu entwickelte Analysetechniken machten es erstmals möglich, den Ernährungszustand von Indonesiens Bevölkerung zu messen. Untersucht wurden 341 Bezirke und Städte in 30 Provinzen. Die Ergebnisse der Studie sollen den Behörden bei der Entwicklung von Armuts- und Ernährungsprogrammen helfen.

Die Reduzierung der Kindersterblichkeit sowie die Halbierung von Armut und Hunger sind zwei spezielle Ziele, die Indonesien bis zum Jahr 2015 erreichen möchte. Die nun gewonnenen Daten sollen den bereits erstellten "Atlas über Mangelernährung" Indonesiens aus dem vergangenen Jahr ergänzen. Er identifizierte zum Beispiel 100 besondere Problemgebiete, wo die Versorgung der Bevölkerung besonders schlecht ist. (APA)

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