Lostag für Medizin-Studenten

7. Juli 2006, 14:10
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Aufnahmetests in Wien und Innsbruck, Interviews in Graz - Nur jeder fünfte Studienwillige wird zugelassen

Wien/Graz/Innsbruck - Maturanten blasen zum Angriff auf die Medizin-Universitäten: In Wien gibt es für 740 Studienplätze 3429 Bewerber, in Innsbruck bewerben sich 2182 Maturanten um 400 Plätze. Und in Graz gibt es 1607 Bewerber für 144 Humanmedizin-Plätze, 270 Maturanten haben sich für nur 16 Zahnmedizin-Plätze beworben.

Von den 1733 Interessenten in Graz sind 681 aus Deutschland, die Österreicher bilden mit 884 Kandidaten noch die Überzahl. Ähnliches gilt in Wien: 1070 deutsche und 2123 österreichische Bewerber. In Innsbruck aber gibt es 1272 deutsche Kandidaten - und nur 710 Österreicher.

Die Bewerber nehmen in Wien und Innsbruck heute, Freitag, am Eignungstest für das Medizinstudium (EMS) teil. Nach Angaben der Universitäten liefert diese Prüfung "einen Testwert, welcher nachweislich hoch mit der Studieneignung korreliert".

Die Tests finden von 8 bis 17 Uhr in den Messegeländen der beiden Städte statt. In Graz gibt es persönliche zehnminütige Gespräche. Diese sollen "Eindrücke über Hintergrund, Motivation und Interessen der Bewerber vermitteln", erklärte Gilbert Reibnegger, Vize-Rektor der Medizin-Uni Graz. Der Grazer Aufnahmetest findet erst am 1. September statt, die Ergebnisse gibt es am 29. September.

Kritik am System

Kritik am System kommt von AK-Vizedirektorin Johanna Ettl: "Die unterschiedlichen Aufnahmeverfahren stellen keinen fairen Zugang dar."Sie fordert eine bundesweit einheitliche Regelung.

Die von manchen Universitäten überlegte Testgebühr, die in der Schweiz rund 127 Euro beträgt, lehnt die Arbeiterkammer ebenfalls ab, sie sei "eine Benachteiligung finanziell schwächerer Kandidatinnen und Kandidaten". (Stefan Mey/DER STANDARD Printausgabe, 7. Juli 2006)

    <p>Der Ansturm auf die medizinischen Universitäten ist groß.</p>
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