Kandidatenhearing

10. Juli 2006, 18:26
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Fiedler plant ein internes Hearing - Zentralbetriebsrat und SOS-ORF uneins über Kandidaten-Auswahl

Nun dürfte es beim Rennen um den obersten Posten im ORF doch zu einem gesonderten Kandidaten-Hearing - neben dem obligatorischen vor dem Stiftungsrat - kommen. Der ORF-Zentralbetriebsratsobmann Heinz Fiedler hat - wie DER STANDARD bereits berichtete mitgeteilt, er beabsichtige, vor der Wahl am 17. August ein ORF-internes Hearing zu organisieren, damit sich die Mitarbeiter persönlich ein Bild machen können. Zugelassen werden sollen alle "aussichtsreichen" Bewerber. Zu einem derartigen "Quasi-Hearing" hatte der Zentralbetriebsrat bereits anlässlich der Generalintendanten-Wahl im Jahr 1994 geladen.

Huemer will zumindest "halböffentliches" Hearing

Erfreut reagierte SOS-ORF-Initiator Peter Huemer auf die Ankündigung des Zentralbetriebsrats. Huemer hatte bereits zuvor gefordert, die Kandidaten zu einem - freiwilligen - öffentlichen Hearing zu laden: "Wir wollten, dass ein solches Hearing stattfindet, ob es nun vom Zentralbetriebsrat oder von SOS-ORF durchgeführt wird, ist dabei unwesentlich," betonte er gegenüber der APA.

Voraussetzung sei, dass es unter "korrekten Bedingungen" stattfindet. Für Huemer bedeutet das, dass das Hearing zumindest halböffentlich durchgeführt wird, also über die ORF-Hausleitung - auch in die Bundesländer - übertragen wird, und dass alle Kandidaten geladen werden, die vom Stiftungsrat als "ernst zu nehmend" eingestuft werden. Über letztere Forderung sind sich SOS-ORF und der Zentralbetriebsrat allerdings uneins. Fiedler betonte gegenüber der APA, er könne jetzt noch nicht vorhersehen, ob alle vorgeschlagenen Kandidaten tatsächlich als seriös einzustufen sind.

Uneins über Kandidaten-Auswahl

Er verwies in dem Zusammenhang auf den selbst ernannten Kärntner "Faschingsgeneralintendanten" Reinhard Eberhart, den der grüne Kurator Pius Strobl im Jahr 1994 zunächst für das Kandidaten-Hearing nominiert, dies aber später wieder zurückgezogen hatte. Der Fiedler betonte, es sei nicht sinnvoll, "solche Kandidaten einer öffentlichen Bloßstellung auszusetzen". Es würden aber alle, die nicht nur den formalen Anforderungen entsprechen, sondern die man für qualifiziert und gewichtig genug hält, eingeladen.

Huemer sieht das anders: "Es kann keinesfalls so sein, dass der Zentralbetriebsrat bei der Kandidaten-Auswahl für sein Hearing restriktiver vorgeht als der Stiftungsrat". Allenfalls könne ein zusätzlicher Kandidat geladen werden, wobei er nicht annehme, dass das notwendig sein wird, deponierte der Sprecher von SOS-ORF.

Ein Termin für das "Quasi-Hearing" ist laut Fiedler noch nicht fixiert. Das Hearing der Stiftungsräte findet unmittelbar vor der Wahl am 17. August statt. Um hier antreten zu können, muss ein Bewerber von mindestens einem Stiftungsrat nominiert werden. Bis 10. August haben die Räte dafür Zeit und können dabei auch noch Personen vorschlagen, die sich gar nicht beworben haben. (APA)

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