Preis könnte über drei Milliarden steigen

16. Juli 2006, 18:05
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In Investmentbank-Kreisen wird Verkauf an großen österreichischen Mitbewerber aber für unwahrscheinlich gehalten

ien - Die Ankündigung des Chefs der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), Erich Hampel, er werde "sich die Bawag sehr genau anschauen", schmeichelt dem Objekt der Begierde. In der Bawag, die ja zu hundert Prozent verkauft wird, nimmt man die Interessenbekundungen als "Zeichen dafür, dass die Bawag eine wertvolle Bank ist", wie Sprecher Thomas Heimhofer sagt.

Fast zeitgleich mit Hampel hatte sich auch Erste-Chef Andreas Treichl gemeldet: "Wenn es der dringende Wunsch ist, dass wir uns gemeinsam mit der Wiener Städtischen - wir würden das nur zusammen machen - um die Bawag bemühen sollen, dann werden wir sicherlich nicht Nein sagen", sagte er zu News.

In Investmentbank-Kreisen wird der Verkauf an die großen österreichischen Mitbewerber BA-CA, Erste oder Raiffeisen aus kartellrechtlichen Gründen aber für unwahrscheinlich gehalten. Besonders in Wien wären Filialschließungen die Folge, heißt es.

Bawag für BA-CA "suboptimal"

Zwar sprach Hampel von einem "Grundsatz-Konsens mit den Italienern, nicht nur in Osteuropa, sondern auch in Österreich zu wachsen"- trotzdem halten Experten den Kauf der Bawag aus italienischer Sicht für "suboptimal: UniCredit könnte in anderen Ländern wesentlich leichter wachsen als in Österreich".

Unterschiedlichste Auffassungen gibt es auch zur Frage des Preises, den man für die Bawag verlangen wird. Während viele Banker ein Preisband zwischen 1,8 und zwei Mrd. Euro für darstellbar halten, könnte es in den Augen anderer durchaus mehr sein.

"Man könnte für die Bawag sicher den doppelten Buchwert bekommen, also rund 3,2 Mrd. Euro", sagt ein Analyst. Sein Vergleich: In Rumänien werden Banken zum Fünffachen ihres Buchwerts verkauft. Dort seien zwar die Wachstumkurven ungleich steiler als im gesättigten Markt Österreich, trotzdem läge in der Bawag "viel Potenzial". Das Retailgeschäft (in dem wenig Gewinn geschrieben wird) sei leicht auszubauen, weil die Vertriebskanäle vorhanden, aber nicht gut genützt seien.

Bald wird man mehr wissen: Nächste Woche soll es die erste Info-Broschüre über die Bawag geben, Ende Juli das Informations-Memorandum. (Renate Graber, DER STANDARD Printausgabe, 07.07.2006)

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