Umweltförderungen auf Rekordhoch

6. Juli 2006, 19:58
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Am nächsten Zuteilungsplan für den Emissionshandel wird noch gefeilt

Wien - Die österreichische Umweltförderung hat 2005 ein neues Rekordhoch erreicht. Insgesamt wurden 3175 Projekte mit einem Förderwert von 276,9 Mio. Euro bewilligt. Diese haben ein Investitionsvolumen in der Höhe von 1,16 Mrd. Euro ausgelöst. Diese Zahlen präsentierte Umweltminister Josef Pröll (VP) im Rahmen der Umweltförderungs-Bilanz 2000 bis 2006.

In den vergangenen sechs Jahren wurden damit 21.500 Projekte mit einer Gesamtfördersumme von 2,5 Mrd. Euro unterstützt. Diese haben nach Angaben des Umweltministers nicht nur ein Investitionsvolumen von neun Mrd. Euro ausgelöst, sondern auch 122.000 Arbeitsplätze gesichert bzw. neu geschaffen.

"Beachtliche Wirtschaftsimpulse"

Den größten Bereich deckte dabei die Siedlungswasserwirtschaft ab. 14.700 Projekte, 1,8 Mrd. Euro Fördersumme, 20.000 Kilometer Kanal und 280.000 angeschlossene Haushalte sowie 5500 Kilometer Wasserleitungen und rund 340.000 versorgte Einwohner hätten neben positiven Umwelteffekten auch beachtliche Wirtschaftsimpulse ausgelöst, betonte Pröll.

Eine deutliche Steigerung von plus 50 Prozent im Vergleich zu 2004 gab es bei den Förderanträgen im Sektor "Erneuerbare Energie". Noch stärker war der Zuwachs im Solarbereich mit einem Antragsplus von 60 Prozent. Die Biomasse-Kraft-Wärme-Koppelungs-Anlagen erhielten mit 20,6 Mio. Euro den größten Anteil an der Gesamtförderung. 3,6 Mio. Tonnen CO2-Emissionen konnten dadurch eingespart werden.

Was die Einreichfrist für die Zuteilung von Schadstoffrechten für 2008 bis 2012 ("Nationaler Allokationsplan") in Brüssel betrifft, sagte Pröll, dass man mit der Industrie noch feinjustieren müsse. Das prognostizierte Wirtschaftswachstum müsse noch einfließen, bevor der "Klimaschutzbeitrag"errechnet werden könne. Der Generalsekrtär im Lebensministerium, Werner Wutscher, sagte, dass man nach dem Beispiel Deutschlands nachdenke, Kraftwerke stärker in das System einzubinden - allerdings in Abstufungen: Neue, schadstoffarme kalorische Kraftwerke müssten weniger beitragen als alte.

Zusammen mit weiteren EU-Mitgliedern hat Österreich die "Deadline"für die Abgabe des Emissionsreduktionsplans ab 2007, in den die Erfahrungen der ersten Emissionshandelsphase einfließen müssen, verpasst. Dieser hätte zum 30. Juni in Brüssel vorgelegt werden sollen. (ruz, APA)

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