Malik verteidigt ÖBB-Aufträge an "seine" Tochterfirmen

21. Juli 2006, 09:51
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Tochter des vom ÖBB-Aufsichtsratspräsidenten geleiteten St.Gallener Managementzentrums steht in Vertrag mit der Bahn

Wien - Im Zuge der Diskussion um Goldmann war an die Öffentlichkeit gelangt, dass ein Tochterunternehmen des von ÖBB-Aufsichtsratspräsidenten Fredmund Malik geleiteten Managementzentrums einen Vertrag mit den ÖBB hat. Malik wurde daraufhin kritisiert, dass dies mit seinem Posten als Aufsichtsratspräsident unvereinbar sei. Malik räumt am Donnerstag zwar ein, dass er ein "Problem mit der entstandenen schiefen Optik" habe, bestritt aber neuerlich, dass er Kenntnis von dem Vertrag gehabt habe.

Es handelt sich um einen Rahmenvertrag über Beratungsleistungen in Höhe von einer Million Euro, ausgeschrieben von der Betriebs-AG der ÖBB. Dabei sei nach einem "klaren Vergabeverfahren" zugunsten des Bestbieters entschieden worden. Kleinere Leistungen für die Betriebs AG, die Bau AG und bei der Anschaffung der neuen Railjet-Züge seien in diesem Rahmen bereits erfolgt.

Auch RH-Bericht hatte Beratung als zu teuer kritisiert

Ein erst vor kurzem veröffentlichter Rechungshofbericht hatte heftige Kritik an den teuren 90 Mio. Euro hohen Beratungsleistungen (über fünf Jahre) geübt. Die Prüfung bezieht sich auf die Jahre 1999 bis 2004, in denen das heutige Management noch nicht im Amt war, in der Summe sind darüber hinaus eine Reihe nicht typischer Consultingaufträge enthalten.

"Die Berateraufträge gehören aber eingeschränkt", sagte Huber. Der Zukauf von Consultingleistungen in diesen Dimensionen sei "eindeutig zu hoch". Seit kurzem seien Beraterverträge ab einem Auftragswert von 30.000 Euro und mehr aufsichtsratspflichtig. Die ÖBB hat nach Auskunft von Malik 2004 Beratungskosten von etwa 11 Mio. Euro gehabt, im vergangenen Jahr beliefen sie sich auf 4,3 Mio. Euro. Heuer sollen sie weiter sinken. (APA)

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