Zehn Jahre Armutskonferenz: Nichts an "Unbequemlichkeit" eingebüßt

6. Juli 2006, 18:59
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Situation bei der Sozialhilfe angeprangert - Bundespräsident Fischer kritisiert: "Unterschied zwischen Arm und Reich wird größer"

Wien - Zehn Jahre Armutskonferenz haben die Armut in Österreich zwar bei weitem nicht beseitigt, sie aber zum Thema gemacht und dadurch stärker ins allgemeine Bewusstsein gerückt. Anlässlich des diesjährigen Jubiläums haben sich erneut verschiedene Vertreter des Netzwerks in einer Aussendung zu Wort gemeldet, um auf die ihrer Meinung nach verschwiegenen Probleme von Armut und sozialer Ausgrenzung hinzuweisen.

Bundespräsident Heinz Fischer appellierte anlässlich des zehnjährigen Jubiläums: "Der Unterschied zwischen Arm und Reich wird nicht kleiner, sondern eher größer. Darum muss man sich kümmern." Caritas-Präsident Franz Küberl freute sich, dass die Armutskonferenz auch nach zehn Jahren nichts von ihrer "Unbequemlichkeit" eingebüßt habe und es immer wieder schaffe, mit "kreativen Ideen die Scheinwerfer auf die Ursachen dieser versteckten Not in Österreich zu richten."

Situation bei Sozialhilfe angeprangert

Diakoniedirektor Michael Chalupka prangerte die Situation bei der Sozialhilfe an und betonte, er könne "nur darüber staunen, dass immer noch Politiker akzeptieren, dass Hilfesuchende bei der Sozialhilfe in jedem Bundesland unterschiedlich viel Wert sind". Staunen äußerte er auch darüber, dass es noch immer Menschen gäbe, die Armut in erster Linie für selbst verschuldet halten.

Das "Österreichische Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung" hat sich im März 1996 als unabhängiges Aktionsbündnis und Nichtregierungsorganisation für Armutsbekämpfung und -verhinderung konstituiert und ist Mitglied im "European Anti Poverty Network". Zu den 24 Organisationen, die sich in Österreich zusammengeschlossen haben, zählen unter anderem die Caritas, die Katholische Frauenbewegung, die Evangelische Akademie, die Hochschülerschaft, die Frauenhäuser, SOS Mitmensch sowie das Bildungshaus St. Virgil. (APA)

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