Argentinier leitet Endspiel

9. Juli 2006, 22:45
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Schiedsrichter Elizondo hatte auch das Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Costa Rica gepfiffen

Berlin - Der argentinische Schiedsrichter Horacio Elizondo wird am Sonntag (20 Uhr) in Berlin das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Italien und Frankreich leiten. Der 42-Jährige wurde am Donnerstag vom Weltverband FIFA für die Partie nominiert. Für das "kleine Finale" zwischen Deutschland und Portugal am Samstag (21 Uhr) in Stuttgart wurde der Japaner Toru Kamikawa als Schiedsrichter ausgewählt.

Während mit Elizondo zum ersten Mal in der WM-Geschichte ein Unparteiischer das erste und das letzte Spiel bei einer Endrunde pfeifen darf, blieb dem zweifachen deutschen Weltschiedsrichter Markus Merk der krönende Abschluss seiner Erfolgs-Karriere verwehrt.

Elizondo hatte am 9. Juni bereits das Eröffnungsspiel Deutschland gegen Costa Rica geleitet und danach ebenso gute Kritiken erhalten wie bei seinen weiteren Turnier-Einsätzen, darunter das Viertelfinale Portugal gegen England, als er dem englischen Stürmer Wayne Rooney wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte gezeigt hatte. "Wir haben uns an das Leistungsprinzip gehalten und nicht an die Tradition", begründete FIFA-Generalsekretär Urs Linsi die Wahl.

Merk tritt damit still und leise von der internationalen Fußball-Bühne ab. Für Merk war die Endrunde in Deutschland das letzte große Turnier, da er im kommenden Jahr die international geltende Altersgrenze von 45 Jahren erreicht.

Dafür durfte Elizondo jubeln. Der Hobby-Poet aus Parada Robles, der in seiner Freizeit auch gerne den Golf-Schläger schwingt, überzeugte im gesamten Turnierverlauf durch hervorragende Leistungen und wurde dafür mit dem krönenden Einsatz im Finale belohnt. Elizondo ist seit 1994 FIFA-Schiedsrichter und sammelte schon zuvor bei internationalen Turnieren Erfahrung. 1996 leitete er sein erstes Länderspiel, 2004 war er bei den Olympischen Spielen in Athen im Einsatz. (APA)

Die Schiedsrichter der WM-Endspiele:

1930 Uruguay John Langenus (Belgien)
1934 Italien Ivan Eklind (Schweden)
1938 Frankreich Georges Capdeville (Frankreich)
1950 Brasilien George Reader (England) (leitete das entscheidende Finalrunden-Spiel)
1954 Schweiz William Ling (England)
1958 Schweden Maurice Alexandre Guigue (Frankreich)
1962 Chile Nikolai Latischew (UdSSR)
1966 England Gottfried Dienst (Schweiz)
1970 Mexiko Rudi Glöckner (DDR)
1974 Deutschland John Taylor (England)
1978 Argentinien Sergio Gonella (Italien)
1982 Spanien Arnaldo Cesar Coelho (Brasilien)
1986 Mexiko Romualdo Arppi Filho (Brasilien)
1990 Italien Edgardo Codesal (Mexiko)
1994 USA Sandor Puhl (Ungarn)
1998 Frankreich Said Belqola (Marokko)
2002 Japan Pierluigi Collina (Italien)
2006 Deutschland Horacio Elizondo (Argentinien)

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