Laut einer deutschen Studie schützt Kaffee vor Altersdiabetes und Parkinson - US-Studie: Koffeinfreie Sorten sollen verstärkt wirken
Stuttgart - Starker Kaffee kann durchaus medizinische Wirkung entfalten. Unter Wissenschaftern wird bereits diskutiert, ob das in großer Menge zu Unregelmäßigkeiten im Herzschlag führende Getränk bei mäßigem Konsum vor Zivilisationskrankheiten schützen kann. Der Arzneispezialist Matthias Bödding von der Universität Homburg/Saar verweist in der "Deutschen Medizinischen Wochenschrift" auf eine neuere Studie, wonach vier bis sechs Tassen täglich das Diabetes-Risiko um 30 Prozent reduzieren. Zudem erkrankten starke Kaffeetrinker seltener an Parkinson.
Schließlich sei das mit dem Koffein verwandte Theophyllin ein verbreitetes Asthmamittel, berichtet der Experte. Auch in manchen Schmerzmitteln sei Kaffee enthalten. Und auch wenn Kaffee für Kinder als ungeeignet gelte, setzten Mediziner Koffein durchaus bei Frühgeborenen ein - als anregendes Mittel bei zu schwacher Atmung und zu langsamem Herzschlag. Schwangere und stillende Mütter sollten dagegen nicht mehr als ein bis zwei Tassen pro Tag trinken, da Koffein in den Blutkreislauf des Ungeborenen übertrete oder über die Muttermilch schreiende Säuglinge zusätzlich anstachle, warnt Bödding.
US-Studie
Verantwortlich für diesen Effekt ist einer
amerikanischen Studie zufolge allerdings nicht der Inhaltsstoff
Koffein. Koffeinfreie Kaffeesorten schützten die Teilnehmerinnen in
der Untersuchung sogar noch stärker als konventionelle Arten.
Die Forscher der Universität von Minnesota in Minneapolis
untersuchten das Diabetes-Risiko von fast 29.000 Frauen über einen
Zeitraum von elf Jahren. Die Frauen beantworteten zu Beginn der
Studie Fragen hinsichtlich ihrer Ernährung und Lebensweise. Im
Untersuchungszeitraum erkrankten mehr als 1.400 Teilnehmerinnen an
Diabetes vom Typ 2.
Magnesium
Der Konsum von mehr als sechs Tassen Kaffee senkte das Risiko im
Vergleich zu Kaffee-Abstinenz um 22 Prozent, wie die Zeitschrift
"Archives of Internal Medicine" berichtet. Unter den Teilnehmerinnen,
die täglich mehr als sechs Tassen koffeinfreien Kaffee tranken, trat
die Erkrankung sogar um 33 Prozent seltener auf. Der Schutzeffekt
beruht möglicherweise auf dem im Getränk enthaltenen Magnesium,
vielleicht aber auch auf anderen Inhaltsstoffen, die den
Kohlenhydrat-Stoffwechsel ebenfalls positiv beeinflussen. (APA/AP)