Wie ein Aal im Kasten

12. Juli 2006, 17:26
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Das Wiener Badeschiff erlebt ab Mitte Juli eine Renaissance - Die Idee geht auf das Jahr 1761 zurück

Wien - Badeschiffe in stadtnahen Gewässern vor Anker gehen zu lassen, scheint derzeit neu und modern. Dabei ist die Idee bereits uralt. 1761 gilt als das Jahr, da erstmals ein Badeschiff zum Einsatz kam - auf der Seine in Paris. In weiterer Folge erreichte das Konzept auch Wien.

Das Pariser Schiff bestand aus zwei verbundenen Kähnen inklusive Aufbauten mit Badekabine. Zwischen den beiden Booten konnte man im Fluss schwimmen.

"Aalkasten"

1781 kam der Wiener Arzt Pascal Joseph de Ferro auf die Idee zu seinem "Badefloß". Am Donauufer befestigt, waren in den Boden der Barke Öffnungen eingelassen, unter denen sich Gitterkäfige befanden, in denen man schwamm. Der Volksmund fand deshalb schnell den Spitznamen "Aalkasten".

1793 durften sich die Hamburger nahe des Jungfernstieges über ein Badefloß nach Wiener Vorbild freuen. 1800 folgte Frankfurt am Main mit einem äußerst luxuriösem Exemplar. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts hatten sich die Badeschiffe in ganz Europa durchgesetzt.

In Wien kamen im Donaukanal zu Beginn des 20. Jahrhundert die so genannten Strombäder in Mode. Dies waren meist einfache Bäder mit hölzernen Kabinenaufbauten und zwei getrennten Durchstrombecken für Männer und Frauen. Die Becken, die direkt im Fluss lagen, waren durch Körbe - nicht unähnlich dem alten Ferro-Konzept - nach unten abgeschlossen. (APA)

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    Das Wiener Badeschiff das am 12. Juli eröffnet werden soll. Zwischen Schweden- und Aspernbruecke werden dann im Sommer neben dem Swimmingpool auch 750 Gastronomieplätze und eine Terrasse den Besuchern offen stehen.

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