15 Jahre Haft für Mord an Regierungsberater Biagi

10. Juli 2006, 13:48
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Linksextremistin Banelli entschloss sich zu Zusammenarbeit mit Justiz - Haftstrafe um ein Jahr reduziert

Rom - Im Berufungsprozess um den Mord an dem Arbeitsrechtsexperten und Regierungsberater Marco Biagi im März 2002 hat ein Schwurgericht in Bologna die abtrünnige italienische Linksextremistin Cinzia Banelli zu 15 Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Erstinstanzlich war die Ex-Terroristin, die sich zur Zusammenarbeit mit der Justiz entschlossen hatte, zu 16 Jahren Haft verurteilt worden.

Banelli, Ex-Mitglied der linksextremen Terrorgruppe "Neue Rote Brigaden", war bereits vor zwei Wochen wegen Beteiligung an dem Mord an Regierungsberater Massimo D'Antona im Mai 1999 zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden.

Fünf Linksextremisten in Bologna vor Gericht

Fünf Linksextremisten, Mitglieder der Terrorgruppe "Neue Rote Brigaden", stehen wegen des Biagi-Mordes in Bologna vor Gericht. Biagi, Berater des italienischen Arbeitsministers Roberto Maroni, war wegen seiner Bemühungen um eine Reform des Arbeitsmarkts in die Schusslinie der Terroristen geraten. Er wurde von einem Kommando vor seiner Wohnung in Bologna erschossen.

Drei Jahre zuvor, im Mai 1999, hatten die "Neuen Roten Brigaden" den Arbeitsrechtsexperten und Berater des Gewerkschaftsverbands CISL, Massimo D'Antona, erschossen. Dieser hatte sich an einem tief greifenden Reformprojekt zur Flexibilisierung des italienischen Arbeitsmarkts beteiligt. Wegen der Beteiligung am D'Antona-Mord war auch schon Banellis Komplizin, Laura Proietti, zu 20 Jahren Haft verurteilt worden.

Zu den Terroristen, gegen die der Biagi-Prozess läuft, zählt auch die Linksextremistin Nadia Desdemona Lioce, die wegen des Mordes an einem Polizisten im Jahr 2003 zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden war. Lioce wird auch des Mordes an D'Antona beschuldigt.

Lioce war Anfang März 2003 festgenommen worden, nachdem sie mit ihrem Komplizen Mario Galesi in eine Schießerei im Regionalzug Rom-Florenz verwickelt worden war. Dabei waren ein Polizist, Emanuele Petri, und Galesi ums Leben gekommen. Im Oktober 2003 hatte die italienische Polizei neun hochrangige Aktivisten der Neuen Roten Brigaden festgenommen. (APA)

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