Täglich 100 Quadratmeter mehr Baumarkt

28. Juli 2006, 10:05
11 Postings

Die Dichte in Österreich ist eine der höchsten weltweit, der Markt ist übersättigt - seit 1997 ist die gesamte Baumarktfläche täglich um fast 100 Quadratmeter größer geworden

Wien - Die Baumarktdichte in Österreich ist eine der höchsten weltweit, der Markt ist übersättigt, Expansion findet fast ausschließlich in Osteuropa statt. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Branchenreport "Baumärkte Österreich" der RegioPlan Consulting hervor.

Die 742 Baumärkte in Österreich haben 2005 2,28 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaftet. Für 2006 prognostiziert RegioPlan ein nominelles Umsatzplus um 2,5 Prozent auf 2,34 Mrd. Euro. Seit 1997 ist die gesamte Baumarktfläche in Österreich jeden Tag um fast 100 Quadratmeter größter geworden.

Unausweichlicher Bereinigungsprozess

Mit rund 11.000 Einwohnern pro Baumarkt sei die Dichte in dieser Branche eine der höchsten weltweit, ein Bereinigungsprozess sei unausweichlich, meint der Marktforscher. Gewinner des harten Wettbewerbs sei der Konsument, dem günstigere Preise und besseres Service geboten werde. Marktführer in Österreich ist BauMax, gefolgt von Obi, Lagerhaus RWA, Hagebau/Öbau und Hornbach auf Platz fünf.

Da der österreichische Markt auf Grund der Übersättigung immer unattraktiver werde, verlagere sich der Expansions-Schwerpunkt Richtung Osteuropa. bauMax etwa erzielt bereits einen beträchtlichen Anteil seiner Umsätze in den Erweiterungsländern. Heuer eröffnet der erste bauMax in Rumänien, 2007 ist Bulgarien an der Reihe. Obi wird heuer nach Kroatien expandieren und Bauhaus ist unter anderem auch in der Türkei vertreten.

Wirtschaftsaufschwung

Der Aufschwung in der Wirtschaft mache sich auch im Baumarktsektor bemerkbar, es würden wieder verstärkt Investitionen getätigt, heißt es im Branchenreport. Auch das Dekorieren und Verschönern der eigenen vier Wände liege nicht zuletzt durch die zahlreichen Fernsehserien wie "Wohnen nach Wunsch" im Trend. Die Österreicher gaben 2005 insgesamt rund 5,8 Mrd. Euro fürs Bauen und Wohnen aus, was einer Investition von 1.710 Euro pro Haushalt und Jahr entspricht. Fürs Ausgehen inklusive Theater, Museen, Kino und Clubbing wurden vergleichsweise pro Haushalt nur knapp 180 Euro ausgegeben.

24 Prozent der Produktgruppen im Baumarktsektor entfallen auf Wohnungseinrichtung, 20 Prozent auf Baumaterial Großreparatur und Umbau, 15 Prozent auf den Do-it-yourself-Bereich, 11 Prozent auf Kfz-Zubehör und 10 Prozent auf Wohnungsinstandhaltung. Den Rest stellen Graue Ware (Zubehör, Batterien), Hausrat und Pflanzen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Gewinner des harten Wettbewerbs sei der Konsument, dem günstigere Preise und besseres Service geboten werde, sind die Berater sicher.

Share if you care.