Derby im Finale: Adidas gegen Puma

27. Juli 2006, 14:25
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Puma stattet die Italiener aus, Adidas die Franzosen - Alles begann mit einem Bruderzwist

München - Beim WM-Finale Frankreich gegen Italien Sonntagabend spielt eine Stadt ganz groß mit: Herzogenaurach. Beide Teams werden von Sportartikelherstellern aus der fränkischen Kleinstadt in der Nähe von Nürnberg ausgerüstet. Puma stattet die Italiener aus, Adidas die Franzosen.

Damit kommt es erstmals in einem WM-Finale zum Derby der beiden Lokalmatadoren. Während schon Adidas beim legendären "Wunder von Bern" 1954 mit den auswechselbaren Schraubstollen von Adi Dassler Furore machte, ist Berlin 2006 für Puma eine Premiere. "Schon der Einzug der italienischen Mannschaft ins Halbfinale war für uns ein großer Erfolg", sagt Puma-Sprecher Ulf Santjer. Italien war zwar schon drei Mal Weltmeister, zuletzt 1982. In Puma spielen die Südeuropäer aber erst seit 2002.

Afrikaner in Puma

Im Laufe der Titelkämpfe 2006 hat sich das Blatt im Kampf um den inoffiziellen, aber begehrten Ausrüster-Titel mehrfach gewendet. Am Start hatte Puma mit insgesamt zwölf Teams die Nase deutlich vor Adidas, das nur sechs Mannschaften ausrüstete. Die meisten Puma-Teams, darunter alle Afrikaner, verabschiedeten sich aber schnell wieder vom Weltmeistertraum. Adidas war in der Vorschlussrunde mit Deutschland und Frankreich noch zweifach vertreten. Branchenprimus Nike spielt mit Portugal nun gegen Adidas um Platz drei.

Sportartikelhersteller nehmen Millionen von Euro in die Hand, um mit Hilfe des Mega-Ereignisses den Absatz anzukurbeln und das Markenimage aufzubessern. In Herzogenaurach kulminiert die Rivalität. Ein Streit der beiden Brüder Adolf und Rudolf Dassler, die 1924 zusammen die Dassler Schuhfabriken gegründet hatten, spaltete 1948 auch das Städtchen in zwei Lager. Adi Dassler gründete Adidas und sein älterer Bruder Rudolf Dassler Puma. Bis heute sind die Gräben tief, auch wenn beide Firmen längst nicht mehr in Familienbesitz sind. Nur bei Adidas arbeitet mit Rudolfs Enkel Frank noch ein Dassler.

Lagerengpässe bei Puma

Puma kann indessen bereits von starken Umsatzzuwächsen infolge der WM berichten. Im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagausgabe) bezifferte Vorstandschef Jochen Zeitz das Plus im ersten Halbjahr auf rund 40 Prozent. Er verwies allerdings darauf, dass die genauen Zahlen noch nicht vorlägen. Zeitz zufolge konnte Puma die hohe Nachfrage nicht ganz befriedigen. "Wir hätten sicher noch mehr verkaufen können, wenn wir den Lagerbestand gehabt hätten", sagte er. (APA)

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    fotos: epa, montage: derstandard.at
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