SAP-Gründer Hopp will Lion Bioscience wieder beleben

14. Juli 2006, 10:22
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Dazu will Lion Bioscience die Hopp, dessen Sohn Oliver und dem Chemiekonzern BASF gehörende Sygnis GmbH & Co KG übernehmen

SAP-Gründer Dietmar Hopp will das gescheiterte Biotech-Unternehmen Lion Bioscience wieder mit Leben erfüllen.

Dazu will Lion Bioscience die Hopp, dessen Sohn Oliver und dem Chemiekonzern BASF gehörende Sygnis GmbH & Co KG übernehmen, in die wiederum das Geschäft des Heidelberger Medikamenten-Entwicklers Axaron Bioscience eingebracht werden soll, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Damit erhält Lion wieder einen operativen Geschäftsbetrieb. Seit dem Verkauf der letzten verbliebenen Sparte Bioinformatik im Frühjahr stand Lion mit gerade noch fünf Mitarbeitern als reine Finanzholding da.

Die 1997 gegründete Axaron arbeitet mit 35 Mitarbeitern an der Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von Störungen des zentralen Nervensystems. Das am weitesten entwickelte Mittel, AX200, das gegen Schlaganfall wirken soll, werde in der Phase IIa der klinischen Entwicklung auf seine Wirksamkeit beim Menschen getestet. Die Studie soll bis Ende 2008 abgeschlossen sein.

Die Familie Hopp steckt nach Angaben von Axaron allein 21 Millionen Euro in das neue Unternehmen, das insgesamt mit 51 Millionen Euro an frischem Kapital ausgestattet werden soll. BASF steuert sieben Millionen Euro bei, von Lion Bioscience kommen 23 Millionen Euro. Nach einer Kapitalerhöhung um 7,8 Millionen Aktien seien Hopp und sein Sohn mit insgesamt 20,5 Prozent die größten Aktionäre von Lion. Ihr Anteil dürfte sich weiter erhöhen, da sie den übrigen Lion-Aktionären je 1,82 Euro für ihre Aktien bieten und damit mindestens 30 Prozent erreichen wollen. Die Lion-Aktie ging am Dienstag mit 1,80 Euro aus dem Börsenhandel.

BASF und Bayer sollen je 5,1 Prozent an dem neuen Unternehmen halten. Lion-Aufsichtsratschef und Gründer Friedrich von Bohlen und Halbach werde mit 7,6 Prozent beteiligt sein. Am Donnerstag (10.30 Uhr) planen Lion und Axaron in Heidelberg eine Pressekonferenz.(Reuters)

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