Scolari: "Frankreich nicht besser"

6. Juli 2006, 13:29
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Cristiano Ronaldo von Pfiffen unbeeindruckt

München - Die "Bleus" bleiben für die portugiesische Fußball-Nationalmannschaft weiterhin ein rotes Tuch. Durch die 0:1-Niederlage im WM-Semifinale am Mittwoch in München beendeten die Franzosen bereits zum dritten Mal die Hoffnungen der Iberer auf einen Finaleinzug bei einem großen Turnier - 1984 war gegen die "Equipe Tricolore" ebenso in einer EM-Vorschlussrunde Endstation wie 2000, als Zinedine Zidane per Elfer für das "Golden Goal" gesorgt hatte.

Scolari: "Ausgeglichenes Match"

Auch diesmal war der Meister höchstpersönlich mit einem verwandelten Strafstoß dafür verantwortlich, dass sich die Portugiesen mit dem Spiel um Platz 3 gegen Gastgeber Deutschland am Samstag in Stuttgart begnügen müssen. "Es war ein ausgeglichenes Match, das durch eine Aktion, den Penalty, entschieden wurde", analysierte Teamchef Luiz Felipe Scolari, dem das verflixte 13. WM-Match zum Verhängnis wurde: In den 12 Endrunden-Partien davor hatte der Coach mit Brasilien und Portugal 11 Siege und zuletzt ein Remis gegen England (Aufstieg im Elferschießen) erreicht.

Durch das Semifinal-Out warten die Südwest-Europäer bei einer Gesamtbilanz von 16 Niederlagen, 1 Remis und 5 Siegen (Torverhältnis 27:46) bereits seit 1975 auf einen vollen Erfolg gegen die Franzosen - diesmal war man aber laut Scolari nahe dran, die schwarze Serie zu beenden. "Ich glaube nicht, dass Frankreich heute besser als Portugal war. Meiner Meinung nach wäre ein 0:0 und dann ein Elferschießen gerechter gewesen", behauptete der Brasilianer.

"Big Phil" vor Abschied?

Für den streitbaren Betreuer könnte das Duell um Platz drei mit dem DFB-Team sein letztes Spiel auf der portugiesischen Trainerbank sein - der 58-Jährige wird von einigen Klubs umworben, könnte aber auch zum brasilianischen Nationalteam zurückkehren. "Ich habe einen Vertrag bis Ende Juli, dann werden wir weitersehen", ließ sich "Big Phil" alle Optionen offen.

Sein Jungstar Cristiano Ronaldo war zwar gegen die Franzosen der mit Abstand beste Offensiv-Akteur seiner Mannschaft, musste sich aber bei jeder Ballberührung ein gellendes Pfeifkonzert anhören - der Flügelspieler gilt als "Schauspieler" und eifriger Schwalben-Produzent. "Aber das belastet mich nicht. Ich bin nur hier, um meinen Job zu tun und der Mannschaft zu helfen", betonte der 21-Jährige, der den uruguayanischen Schiedsrichter Jorge Larrionda kritisierte. "Ich glaube nicht, dass er fair gepfiffen hat."

Hetzkampagne gegen Cristiano Ronaldo

Mit einer fairen Behandlung darf Ronaldo auch bei seiner Rückkehr zu Manchester United nicht rechnen. Englische Boulevardblätter lancierten eine Hetzkampagne, weil er als treibende Kraft hinter dem Ausschluss von Wayne Rooney im Viertelfinale vermutet wird. Bereits vor WM-Beginn hatte Ronaldo Abwanderungsgelüste in Richtung Real Madrid erkennen lassen.(APA)

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    Scolari muss Cristiano Ronaldo Trost spenden.

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