11. Juli

11. Juli 2006, 00:00
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1346 - In Rhense am Rhein wählen fünf Kurfürsten im Einvernehmen mit Papst Clemens VI. den böhmischen Thronfolger Karl (eigtl. Wenzel), Sohn des Königs Johann von Böhmen aus dem Hause Luxemburg, als Karl IV. zum deutschen König. Er wird 1355 in Rom zum Kaiser gekrönt.
1696 - Auf Initiative von Leibniz wird in Berlin die Akademie der Künste gegründet.
1906 - Der 1894 in einem regelwidrigen Militärgerichtsverfahren mit antisemitischer Färbung des Landesverrats zu Gunsten Deutschlands schuldig gesprochene französische Hauptmann Alfred Dreyfus wird nach seiner Begnadigung durch Staatspräsident Emile Loubet vom Kassationshof rehabilitiert. Die Beweise gegen den jüdischen Offizier, für dessen Reinwaschung sich der Schriftsteller Emile Zola ("J'accuse") (Ich klage an) leidenschaftlich einsetzte, stellten sich als gefälscht heraus.
1916 - Bereits wegen pazifistischer Aktivitäten zu einer Geldstrafe verurteilt, wird der britische Philosoph und Mathematiker Bertrand Russell vom Trinity College der Universität Cambridge suspendiert.
1921 - Nach dem Sieg über die chinesischen Truppen wird in Urga (später Ulan Bator) die Unabhängigkeit der Mongolei proklamiert.
1931 - Im Wiener Prater wird das Stadion, erbaut nach Plänen von Otto Erich Schweizer, eröffnet.
1931 - In Deutschland schließt sich die extreme Rechte aus NSDAP, Stahlhelm und Deutschnationaler Volkspartei zur "Harzburger Front" zusammen. Ziel ist die Zerschlagung der parlamentarischen Demokratie der Weimarer Republik.
1936 - Unterzeichnung des "Juli-Abkommens" zwischen Deutschland und Österreich: Berlin verpflichtet sich, die Souveränität Österreichs zu respektieren, das sich in seiner Außenpolitik an der deutschen zu orientieren hat und die verhafteten Nationalsozialisten amnestieren muss. Als Vertrauensperson Hitlers wird der Deutschnationale Edmund Glaise-Horstenau in die österreichische Bundesregierung von Bundeskanzler Kurt Schuschnigg aufgenommen. Statt eine Beruhigung zu bringen, führt der Vertrag zur Intensivierung der Nazi-Agitation in Österreich.
1956 - Der Nationalrat beschließt die Errichtung des Bundesministeriums für Landesverteidigung. Der bisherige ÖVP-Staatssekretär im Innenministerium, Ferdinand Graf, wird erster Verteidigungsminister der Zweiten Republik.
1971 - In der marokkanischen Hauptstadt Rabat stellen königliche Truppen nach einem gescheiterten Putsch die Ruhe wieder her. König Hassan II. lässt die Drahtzieher hinrichten.
1991 - Beim Absturz eines nigerianischen Pilgerflugzeugs auf dem Flugplatz von Dschidda (Jeddah) in Saudiarabien kommen alle 264 Insassen ums Leben.
1996 - Das UNO-Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien (ICTY) erlässt internationale Haftbefehle gegen die bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic und Ratko Mladic.
1996 - Der 50-jährige Georgier David Sanikidze wird in der Wiener Innenstadt auf offener Straße erschossen. Dem Geschäftsmann werden Beziehungen zur georgischen Mafia nachgesagt. Ende des Monats werden zwei seiner Landsleute in Budapest als die mutmaßlichen Killer verhaftet und schließlich an Österreich ausgeliefert.

Geburtstage: Léon Bloy, frz. Schriftsteller (1846-1917), Stjepan Radic, kroat. Politiker (1871-1928), Max Jacob, frz. Schriftsteller (1876-1944), Herbert Wehner, dt. Politiker (1906-1990), Alexander Michailowitsch Prochorow, russ. Physiker (1916-2002), Ilse Werner, dt. Schauspielerin (1921-2005), Anton Heschgl, öst. Jurist (1926- ), Thomas Hörbiger, öst. Schauspieler (1931- ), Peter Huemer, öst. Journalist u. Historiker (1941- ),

Todestage: Ernst Curtius, dt. Historiker (1814-1896), Paul Nash, brit. Maler (1889-1946), Josef Kraus, öst. Politiker (1890-1971), Francois Charrière, schwz. Theologe (1893-1976) (APA)

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