Mehr als 1,5 Millionen deutsche Handy-Nutzer zahlen ihre Rechnung nicht

13. Juni 2000, 13:32

Laut Schätzung müssen Mobilfunkfirmen in diesem Jahr 750 Millionen D-Mark abschreiben

Mehr als 1,5 Mill. Handynutzer in Deutschland zahlen nach Schätzung der Unternehmensberatung Mummert + Partner ihre Rechnung nicht. Die Mobilfunkunternehmen müssten in diesem Jahr daher Forderungen von rund 750 Mill. DM (383 Mill. Euro/5,28 Mrd. S) abschreiben, prognostizierten die Experten am Dienstag in Hamburg. Dies seien im Schnitt 3,5 Prozent des Umsatzes. Die Spitzenreiter der Branche verlieren den Angaben zufolge sogar bis zu acht Prozent ihres Umsatzes durch zahlungsunfähige Mobiltelefonierer.

Bei professioneller Prüfung der Zahlungsfähigkeit sowie effizienter Betrugserkennung ließen sich die Forderungsausfälle jedoch halbieren, hieß es weiter. Bisher setzen allerdings zu wenige Mobilfunkgesellschaften auf eine systematische Bonitätsprüfung. Der Umfang der Freischaltung sollte vom Ergebnis dieser Prüfung abhängen, empfahl die Unternehmensberatung. Kunden mit hoher Bonität sollten eine vollständige Freischaltung des Handys erhalten. Weniger liquiden Kunden solle dagegen ein Vertrag ohne Auslandsfreischaltung oder lediglich eine Prepaid-Karte angeboten werden.

Als weiteres Problem nannten die Experten organisierte Banden, die sich Mobilfunkverträge erschleichen und im großen Stil missbrauchen - zum Beispiel für teure Auslandstelefonate. Mit moderner Software zur Analyse von Gesprächsdaten sei heute die Identifikation potenzieller Betrugs- oder Risikogruppen zwar schon möglich. Die Installation dieser Software sei allerdings mit hohem Aufwand verbunden, den viele Gesellschaften bisher scheuten. (APA/AP)

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