Österreicher theoretisch der Zeitarbeit nicht abgeneigt

27. Juli 2006, 20:01
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Für 80 Prozent der Österreicher sei Zeitarbeit eine attraktive Alternative zur Arbeitslosigkeit, so die Autoren einer Studie

Linz - Für 80 Prozent der Österreicher ist Zeitarbeit eine attraktive Alternative zur Arbeitslosigkeit. 14 Prozent sprechen sich dagegen aus. Das geht aus einer "market"-Umfrage hervor, die von der I.K. Hofmann GmbH Österreich mit Sitz in Linz in Auftrag gegeben wurde. Die Ergebnisse wurden in einem Pressegespräch am Mittwochabend in Linz präsentiert.

market hat unter dem Titel "Auslotung der Einstellung zur Zeitarbeit" mit 1.000 repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 18 Jahren ausgewählten Personen im März und April telefonische Interviews geführt. Dabei stellte sich heraus, dass rund jeder sechste Österreicher in seiner Berufslaufbahn einmal Zeitarbeit wählt. "Im Schnitt wird jeder dritte Zeitarbeiter von Kunden in ein konventionelles Arbeitsverhältnis übernommen", berichtete Hofmann-Geschäftsführer Jörn Hadenfeldt.

Besonders aufgeschlossen für Zeitarbeit zeigen sich die höher gebildeten Österreicher (Matura-, Universitätsabschluss). In dieser Gruppe würden 85 Prozent ein entsprechendes Jobangebot in Anspruch nehmen. Im Vergleich dazu würden nur 77 Prozent der Personen mit Volks- oder Hauptschulabschluss eine Anstellung als Zeitarbeiter annehmen. 84 Prozent jener Befragten, die sich gegen Zeitarbeit aussprechen nennen Unsicherheit als Grund. Jeder Fünfte, der gegen diese Beschäftigungsform ist, gibt an, nicht genau zu wissen, was es ist.

Möglichkeit für "Problemgruppen"

Hadenfeldt sieht in der Zeitarbeit eine Möglichkeit für die vom AMS als "Problemgruppen" bezeichneten Arbeitnehmer wie über 48-Jährige und Wiedereinsteigerinnen nach der Karenz, den beruflichen Wiedereinstieg zu schaffen.

In der Studie wurde ebenfalls die Angst vor Arbeitslosigkeit abgefragt: 79 Prozent fühlen sich in ihrem Job sicher. Die Angst ist besonders bei berufstätigen Akademikern (16 Prozent) und Maturanten gering (23 Prozent). Das Image von Zeitarbeit ist geteilt: Sie wird von 67 Prozent als "zukunftsorientiert" und von 56 Prozent als "abwechslungsreich" bezeichnet. Gleichzeitig wird die Zeitarbeit aber als "unsicher" (60 Prozent) und "unsympathisch" (48 Prozent) empfunden.

In Österreich sind nach Angaben von Hofmann bereits 1,6 Prozent (46.679) der unselbstständigen Beschäftigten Zeitarbeitskräfte. Bis zum Jahr 2010 soll der Markt laut Hadenfeldt noch bis zum Höchstwert von 2,5 Prozent wachsen. Im Österreichvergleich liegt Oberösterreich mit 14.014 überlassenen Arbeitskräften an erster Stelle bei Zeitarbeit, gefolgt von Wien, der Steiermark und Niederösterreich. (APA)

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