Fun-Park und Wellness an der A2

9. Juli 2006, 18:52
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Streit um Kärntner Asfinag-Projekt "Tritopia" - Geschäftsführung contra Aufsichtsrat - Asfinag dementiert

Klagenfurt - Geschäftsführung und Aufsichtsrat der Asfinag sind über ein Tourismus-Projekt an der Südautobahn (A2) in Kärnten kurz vor der italienischen Grenze unterschiedlicher Meinung. Vorstand Franz Lückler gibt grünes Licht für die Realisierung eines Wellness und Unterhaltungsparks, Aufsichtsratsvorsitzender Johann Quendler ist dagegen.

Es geht um das "Tritopia - Visitorcenter", das die Kärntner Unternehmerfamilie Pongratz im Bereich der Raststation Dreiländerecke an der Autobahn auf einem Grundstück der Asfinag errichten möchte. Die Raststation wird von der Hoteliersfamilie Rainer betrieben, die durch den Betrieb des Fun-Parks Einbußen befürchtet. Außerdem wollte man in diesem Bereich ein Trucker-Zentrum mit speziellen Angeboten für Fernfahrer aufbauen.

Asfinag-Vorstand Lückler ignorierte die Empfehlung des Aufsichtrates und gab die Bewilligung für das Pongratz-Projekt. AR-Chef Quendler formulierte seine Meinung gegenüber dem "DER STANDARD" folgendermaßen: "Der Fun-Park steht im Widerspruch zum Unternehmenskonzept der Asfinag." Für eine genauere Stellungnahme war er trotz längerer und intensiver Bemühen der APA nicht erreichbar. Lückler hingegen verweist darauf, dass alle Genehmigungen vorlägen, man warte nun auf das Finanzkonzept.

Eröffnung 2007 geplant

Tritopia soll Relax- und Wellnessangebote sowie Freizeiteinrichtungen auf einer Fläche von 3.700 Quadratmetern umfassen. Drei bis vier Mio. Euro sollen investiert werden. Nach derzeitigem Zeitplan ist die Eröffnung für die Sommersaison 2007 geplant. Pongratz hat einen prominenten Befürworter: Wirtschaftsreferent und Landshauptmann Jörg Haider spricht sich persönlich für die Realisierung von Tritopia aus und hofft auf Fördermittel von Bund und Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds. Er glaubt, dass auch die Raststation, die jährlich von 3,5 Millionen Personen genutzt wird, davon profitieren werde.

Angebot für Gruppenreisen

Rainer als Asfinag-Partner genießt Gebietsschutz, allerdings nur für einschlägige Betriebe. Das wären in diesem Fall die Hotellerie und die Gastronomie. Pongratz hingegen will "Muntermacher-Programme" mit Massage, Liege- und Rüttelstühlen sowie Rutschen, Trampolins, Schaukeln, weiters einen künstlichen See und ein Baggerland mit Minibaggern und anderen Spielgeräten errichten. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Gruppenreisende und Familien, alles untergebracht in einer Halle. Damit wäre auch der Naturschutz nicht berührt, da weder Licht noch Geräusche das nahe gelegene Landschaftsschutzgebiet Schütt beeinträchtigten.

Fahrer wollen rasch weiterkommen

"Unser Angebot nutzt Synergien mit der bestehenden Raststation und spricht zusätzliche Gäste an", sagt Christian Pongratz. Rainer hingegen glaubt, dass Durchreisende an einer Autobahnstation nichts weniger brauchen als einen Fun-Park mit Wellness-Einrichtungen. "Sie möchten sich kurz ausrasten, etwas essen und dann möglichst rasch weiterkommen", meint er im Gespräch mit der APA. Sinnvoller wäre es, in Freizeiteinrichtungen für Fernfahrer zu investieren, die sich auf Grund des Wochenend-Fahrverbotes für längere Zeit in der Südrast aufhalten müssten, so Rainer.

Asfinag dementiert

Seitens der Asfinag wurde am Donnerstag festgestellt, dass es "keine unterschiedliche Auffassung" zum Projekt eines Wellness-Parks an der Südautobahn zwischen Vorstand und Aufsichtsrat der Straßenerrichtungsgesellschaft gebe. Ebenso hätte es keinerlei Empfehlungen zu diesem Projekt seitens des Aufsichtsrates an den Vorstand gegeben. (APA)

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