Italien für Hicke klarer Final-Favorit

6. Juli 2006, 10:42
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"Franzosen in zweiter Hälfte fast stehend K.o.", Pirlo für ÖFB-Teamchef der prägende Spieler der WM

München - Für Österreichs Fußball-Teamchef Josef Hickersberger sind die Rollen im WM-Endspiel am Sonntag (20:00) in Berlin klar verteilt. "Italien war im Halbfinale die mit Abstand beste Mannschaft und ist jetzt für mich im Finale gegen Frankreich der klare Favorit", erklärte der Niederösterreicher, nachdem er am Mittwoch den 1:0-Sieg der "Equipe Tricolore" in der Vorschlussrunde gegen Portugal im Münchner WM-Stadion mitverfolgt hatte.

Von den Franzosen war "Hicke" vor allem in der zweiten Hälfte enttäuscht. "Da wirkten sie müde und waren fast stehend K.o. Sie konnten keine Konter mehr fahren und waren nur noch darauf bedacht, den Vorsprung über die Zeit zu bringen", sagte der frühere Rapid-Trainer.

"Zidane nicht frisch"

Die dürftige Darbietung des Weltmeisters von 1998 stand laut Hickersberger in unmittelbarem Zusammenhang mit dem diesmal relativ farblosen Regisseur Zinedine Zidane. "Er hat bei weitem nicht diese überragende Leistung wie gegen Brasilien geboten. Ich hoffe, dass Zidane im Finale frischer ist, sonst hat Frankreich keine Chance." Als Hemmschuh für die Domenech-Elf sieht der Teamchef den 34-jährigen Gold-Torschützen aber nicht. "Ohne ihn hätten sich die Franzosen nicht einmal für die WM qualifiziert."

Der prägende Spieler der WM ist für Hickersberger dennoch nicht der seine Abschiedstournee absolvierende Zidane, sondern Andrea Pirlo. "Er ist für mich die Seele des italienischen Spiels und war in den Partien, die ich gesehen habe, zusammen mit Cannavaro der stärkste Italiener." Dieses Duo hätte auch maßgeblichen Anteil am 2:0-Erfolg der "Squadra Azzurra" nach Verlängerung am Dienstag gegen Deutschland gehabt. "Italien war an diesem Tag einfach zu stark, auch weil ein paar deutsche Spieler nicht ihre Höchstform erreicht haben."

Dennoch zollte Hickersberger der Leistung des WM-Gastgebers Respekt. "Es war schon sensationell, dass die Deutschen überhaupt so weit gekommen sind. Das hätte man dieser jungen Mannschaft nicht zugetraut", meinte der Coach, der die Klinsmann-Truppe im Hinblick auf die EURO 2008 als Vorbild für die ÖFB-Auswahl sieht. "Es wird unsere Hauptaufgabe bei der Heim-EM sein, so eine Euphorie wie in Deutschland zu entfachen und sie auch auszunützen."(APA)

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