Arbeitnehmervertreter gegen GM-Allianz

27. Juli 2006, 14:52
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Opel-Betriebsratschef organisiert Treffen der europäischen Metallarbeiter - US-Gewerkschafter fürchten Job-Erosion

Frankfurt - Front gegen eine Allianz von General Motors (GM) mit Renault und Nissan machen Arbeitnehmervertreter in Europa und den USA. GM-Europe-Betriebsratschef Klaus Franz äußerte im Gespräch mit der Branchenzeitung "Automotive News Europe" die Befürchtung, dass das Vorhaben negative Konsequenzen für die Beschäftigten in Entwicklung und Produktion haben werde. Die US-Automobilarbeitergewerkschaft UAW sprach am Samstag von einer "weiteren Erosion guter Jobs" falls es zu diesem Dreierbündnis kommen sollte. GM streicht im Zuge der Sanierung 35.000 Stellen in den USA.

Produktüberschneidungen

Die deutsche GM-Tochter Opel und Renault wiesen zu starke Produktüberschneidungen auf, vor allem bei den Volumenmodellen, mahnte Franz laut dem Vorausbericht vom Wochenende. Zugleich litten beide Hersteller unter zu hohen Überkapazitäten in ihren Werken in Europa. Dem Blatt zufolge organisiert Franz, der zugleich auch Chef des Opel-Gesamtbetriebsrats ist, derzeit ein Treffen der europäischen Metallarbeiter-Gewerkschaft, auf dem die Folgen einer Allianz diskutiert werden sollen. Das Treffen soll in den nächsten zwei Wochen über die Bühne gehen.

Automobilarbeitergewerkschaft

"Wir sehen eine weitere Erosion guter Jobs in diesem Land, falls dies zustande kommen sollte", zitierte die "Detroit News" am Samstag in ihrer Onlineausgabe den Präsidenten der amerikanischen Automobilarbeitergewerkschaft UAW, Ron Gettelfinger. Der gesamte zukünftige Charakter der Autoindustrie werde hierdurch bestimmt. Gettelfinger glaubt aber nicht an eine Allianz. GM-Chef Rick Wagoner mache einen guten Job und habe ein großartiges Team, sagte er.

Sinkende Kosten

Nach massivem Drängen von GM-Großaktionär Kirk Kerkorian hatte das Management des US-Autobauers am Freitag angekündigt, eine Allianz mit Renault und Nissan zu prüfen. Sollte es zu einer Einigung kommen, könnte dies für alle drei Firmen sinkende Kosten bei der Produktentwicklung und im Einkauf bedeuten.

Der Gewerkschafter Philippe Noel, der bei Renault den französischen Metallarbeiterverband CGT vertritt, sagte der Branchenzeitung: "Eine Allianz mit GM scheint verfrüht." So seien die Vorteile der Kooperation zwischen Renault und Nissan insbesondere beim Absatz noch nicht ausgeschöpft. (APA/Reuters/dpa)

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    General Motors (Bild: Zentrale in Detroit) leidet in Nordamerika unter einem schleichenden Verlust von Marktanteilen.

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