Einheitlichen Arbeitszeiten für Piloten

9. Juli 2006, 18:52
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EU-Neuregelung soll Übermüdung verhindern

Straßburg - Mehr Sicherheit für Fluggäste soll eine EU-Verordnung über die maximale Arbeitszeit von Piloten bringen, die am Mittwoch vom Europaparlament verabschiedet wurde. Demnach dürfen Piloten in der EU künftig tagsüber höchstens 13 Stunden im Dienst sein, nachts höchstens elf Stunden und 45 Minuten. Die Ruhezeit muss in Zukunft mindestens so lange wie die vorangegangene Dienstzeit sein, mindestens aber zwölf Stunden.

Außerdem schreibt die nach mehr als sechsjährigen Diskussionen ausgehandelte Neuregelung eine EU-weite Harmonisierung der derzeit unterschiedlichen technischen Vorschriften zur Flugsicherheit und der Ausbildung der Kabinenbesatzung vor, um einen einheitlichen hohen Standard zu schaffen. Sollte es in einem Mitgliedstaat aber bessere Standards geben, als in der Richtlinie vorgeschrieben, müssen diese beibehalten werden.

Derzeit gibt es zwischen den EU-Staaten ein erhebliches Gefälle bei den Sicherheitsstandards. "Die neue Regelung ermöglicht ein gemeinschaftsweites europäisches Sicherheitsniveau", sagte der ÖVP-Abgeordnete Reinhard Rack. Der SPÖ-Europaabgeordnete Jörg Leichtfried sprach von einem Meilenstein in der Geschichte der Flugsicherheit". Die hohen Wachstumszahlen im Flugverkehr machten eine Regelung auf EU-Ebene besonders dringlich.

Die Verordnung wurde zwischen Parlament und Rat ausgehandelt. Formell müssen nun noch die Verkehrsminister zustimmen, was in Kürze geschehen dürfte. In Kraft tritt die Neuregelung 20 Tage nach der Veröffentlichung im Europäischen Amtsblatt. Bereits im Februar hatte das Europaparlament eine Richtlinie unter Dach und Fach gebracht, die einheitliche Standards für die Ausbildung der Fluglotsen in der EU vorsieht. (APA)

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