Die Balenciaga- Renaissance

5. Oktober 2006, 11:00
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"Unser aller Meister", wie Dior sagte, beeinfluusste die Mode der Nachkriegsjahre wie kaum jemand sonst

"Balenciaga ist unser aller Meister", sagte Christian Dior einmal über ihn. Dennoch ist es nach dem Tod des großen baskischen Couturiers (1972), der mit seinen klaren Linien und voluminösen Formen die Mode der Nachkriegsjahre so stark beeinflusste wie kaum jemand sonst, ruhig um ihn geworden - genauso wie um das Pariser Modehaus, das seinen Namen trägt. Bis Nicolas Ghesquière kam, die Marke mit Begehren auflud - und die Gucci-Gruppe beschloss, aus Balenciaga eines der großen Couture-Labels zu machen.

Bis dahin dürfte es zwar noch ein weiter Weg sein, Ausstellungen wie "Balenciaga Paris", die rechtzeitig zu den Haute-Couture-Schauen und mit einem Höchstaufgebot an medialer Präsenz gerade eröffnet wurde, verkürzen ihn aber zweifelsohne. 160 Kreationen Cristobal Balenciagas sind im Louvre bis Anfang kommenden Jahres zu sehen, ein profunder Einblick in das uvre eines Meisters, der der Mode Schlichtheit verordnete, ihr Ballonröcke, Kimono-Ärmel oder quadratische Mäntel schenkte und nie müde wurde, seine Philosophie zu verkünden: Ein guter Couturier, meinte er, sei Architekt, Bildhauer, Maler, Musiker und Philosoph in einem. Wie gut, dass mit Nicolas Ghesquière (er kokuratierte die Ausstellung) auch fürs eigene Haus ein solcher gefunden wurde.

"Balenciaga Paris" läuft bis 28. Januar 2007 im Musée de la mode et du textile in der rue de Rivoli 107 in Paris.
www.lesartsdecoratifs.fr
(hil/Der Standard/rondo/07/07/2006)

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