"Zeit ist reif für Pensions-Sparbuch"

27. Juli 2006, 14:04
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Wer mit dem Sparbuch Pensionsvorsorge betreibt, fällt um die Prämie um - "Pensions-Sparbücher" könnten die Lücke schließen

Wien- "Viele Modelle der Vorsorge sind für machen Kundenschichten zu kompliziert, sie verunsichern und werden daher nicht angenommen", beschreibt Gerhard Rehor, Vorstandsdirektor der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien (RLB NÖ-Wien), eine Kundengruppe mit eher geringerem Einkommen und Bildung. Diese Kundenschicht sorgt hauptsächlich mit dem Sparbuch für die spätere Pension vor. Daraus entstünden jedoch Nachteile im Vergleich zu jenen Vorsorgemodellen, die steuerlich gefördert werden.

Daher ist die Zeit für Rehor reif, "über ein Pensions-Sparbuch nachzudenken". Dieses Sparbuch könnte durch eine Befreiung der Kapitalertragssteuer ebenfalls staatlich gefördert werden und beim Pensionsantritt in eine Rentenversicherung übergeführt werden. Seinen Wunsch nach einem geförderten Sparbuch untermauert Rehor damit, dass "jeder sechste Sparer ausschließlich für die Vorsorge spart und jeder Vierte unter anderem für die Pension", wie eine Studie zum Thema "Sparen und Sparziele" ergeben hat. Der Anteil der Pensions-Sparer ist mit 42 Prozent naturgemäß in der Altersgruppe der 45- bis 59-Jährigen hoch.

Nur für neue Sparbücher

Ein bis zwei Millionen Österreicher würden ihr Geld so anlegen, schätzt Rehor. Gelten solle die KESt-Befreiung allerdings nur für neu eröffnete Sparbücher; bereits bestehende sollten nicht auf dieses System umgeschrieben werden können.

Ob dieses Pensions-Sparbuch eingeführt wird, hänge von der Politik ab. Rehor: "Vorwahlzeiten sind immer auch gute Perioden, um Wünsche zu äußern."In Gesprächen mit anderen Banken habe sich jedenfalls gezeigt, dass diese Idee gut aufgenommen würde. Einen großen "Systemsprung"ortet der Banker mit einem geförderten Pensions-Sparbuch nicht: "Man muss respektieren, dass viele Sparer Aktien, Fonds oder andere Produkte am Kapitalmarkt zur Veranlagung einfach nicht wollen bzw. ihnen nicht vertrauen." (Bettina Pfluger, DER STANDARD Printausgabe, 06.07.2006)

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