Wirtschaftskammer lehnt Sonntagsöffnung ab

28. Juli 2006, 10:05
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Wiener Handels-Obmann glaubt nicht an eine Notwendigkeit der sonntäglichen Ladenöffnung

Wien - "Mir ist schon klar, warum Herr Doktor Totta von der SCS zunächst nur acht offene Sonntage fordert. Weil er weiß, dann hat er in drei Jahren alle", sagt Fritz Aichinger, Obmann des Wiener Handels in der Wirtschaftskammer im Gespräch mit dem Standard. Und eine generelle Sonntagsöffnung komme "nicht in Frage", so der Sporthändler, Funktionär und Wiener VP-Gemeinderat weiter, denn dies wäre ein "Einschnitt in unsere Lebensweise und in unseren Lebensrhythmus".

Eine "Tourismuszone"in der Wiener Innenstadt - inklusive Sonntagsöffnung der Geschäfte - sei nicht machbar und nicht erwünscht, so Aichinger, das hätte Umfragen gezeigt: "Diejenigen, die in der Zone gelegen wären, wollten gar nicht aufsperren, sondern nur die großen Einkaufszentren und vor allem die Möbelhändler außerhalb der Zone. Die würden am liebsten am Sonntag Jahrmarkt spielen, eine Kindergartentante anstellen und vielleicht auch noch zwei, drei Kerzen verkaufen", feixt der Händlervertreter.

Das Einzigartige an Wien

Zum Argument, wonach offene Läden an Sonntagen in der Slowakei, in Tschechien oder in Ungarn Druck auf den österreichischen Gesetzgeber ausüben würden, vor allem wenn die Schengengrenzen fallen, sagt Aichinger: "Mir kann keiner erzählen, dass er nach Bratislava fährt, nur um Lebensmittel einzukaufen, oder nach Prag, weil dort der H&M offen hat. Man will sich die Städte anschauen. Was ist denn so einzigartig an Wien? Die Handelsketten sicher nicht."

Was Aichinger hingegen "nicht sehr weltstädtisch"findet, ist die 80-Quadratmeter-Beschränkung für jene Geschäfte an Bahnhöfen, die auch sonntags aktiv sein wollen. Der Bahnhof in Berlin, den sich Aichinger jetzt einmal genauer ansehen will, sei ein Vorbild, "ein florierendes Zentrum". (szem, DER STANDARD Printausgaeb, 06.07.2006)

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