Bedingte Sommerpause - Luther-Archiv nicht versteigert

13. Juli 2006, 18:59
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Wien/New York - Nur bedingt lassen die in Wien angesiedelten Auktionshäuser im Sommer ihren Hammer bzw. ihre Auktionsglocke ruhen. Das Dorotheum veranstaltet im Juli und im August jeden Mittwoch Auktionen von Kunst und Antiquitäten sowie Schmuck. Zeitgleich haben die großen Sparten mit den Arbeiten zur dritten Auktionswoche (2. bis 6. Oktober, u. a. mit Alten Meistern, Skulpturen) begonnen. Ebenfalls gar nicht untätig ist man an der Freyung, wo man sich mitten in den Vorbereitungen zur 60. Kunstauktion befindet: Am 4. Oktober werden Antiquitäten und am 5. Oktober Bilder des 19. Jahrhunderts versteigert - Annahmeschluss ist der 22. Juli!

Eine Woche vor der für den 30. Juni angesetzten Auktion, bei der man mehr als 10.000 Manuskripte und Bücher von Dr. Martin Luther King Jr. versteigert hätte, gab Sotheby's die Vermittlung an das Morehouse College bekannt. Der Schätzwert der Sammlung, darunter 7000 handgeschriebene Schriftstücke, war von Experten mit 15 bis 30 Millionen Dollar beziffert worden. Zu welchen monetären Konditionen dieser Private-Sale seinen Abschluss fand, ist nicht bekannt. Interessenten waren vor der Auflage der Kings Erben zurückgeschreckt, die Sammlung zwar ausstellen und einsehen, nicht aber schriftlich auswerten zu dürfen. Die Verwertungsrechte für Predigten, Gebete und Aufzeichnungen aus der politisch aktiven Zeit des Bürgerrechtskämpfers blieben bei den Erben. Darunter etwa auch der Entwurf für Martin Luther King's legendärste Rede ("I have a dream") sowie das Manuskript zu seiner Dankesrede anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises (1964). (kron /DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.7.2006)

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