Weltsicherheitsrat: Russland gegen Sanktionen

15. Juli 2006, 22:02
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Japan arbeitet an Resolutionsentwurf

New York - Der Weltsicherheitsrat will die nordkoreanischen Raketenversuche verurteilen, plant aber keine Sanktionen. Zudem besteht unter den Mitgliedern des höchsten UNO-Gremiums Uneinigkeit darüber, ob Nordkorea in einer völkerrechtlich bindenden Resolution oder nur in einer Erklärung des Ratspräsidenten verurteilt werden soll. Russland und China sprachen sich für eine Erklärung aus, die anderen 13 Mitglieder waren für eine Resolution.

"Es ist zu früh zu sagen, welches Ergebnis herauskommen wird, aber alle sind sich einig, dass jetzt zügig gehandelt werden sollte", sagte der französische UNO-Botschafter und amtierende Ratspräsident Jean-Marc de la Sabliere.

Japan wollte bis Mittwochnachmittag (Ortszeit) einen Resolutionsentwurf erarbeiten. Der Text werde eine "klare und starke Verurteilung" Nordkoreas enthalten und die "große Sorge der internationalen Gemeinschaft" zum Ausdruck bringen, sagte der japanische Botschafter Kenzo Oshima. Der amerikanische UNO-Botschafter John Bolton erwartet die Verabschiedung der Resolution "in den nächsten Tagen". Er betonte: "Kein Mitglied (des Sicherheitsrates) hat verteidigt, was die Nordkoreaner getan haben."

Der russische UNO-Botschafter Witaly Tschurkin sagte: "Russland teilt die Sorgen der internationalen Gemeinschaft. Wir glauben, dass jetzt eine starke und klare Botschaft des Sicherheitsrates an Nordkorea erforderlich ist." Diese könne aber besser in Form einer Erklärung erfolgen als in einer Resolution. Von Sanktionen habe bisher niemand gesprochen, und er erwarte auch nicht, dass ein solcher Vorschlag gemacht werde, sagte Tschurkin. (APA/dpa)

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