4. Etappe: McEwen bärenstark

6. Juli 2006, 13:44
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Der Australier ließ der Konkurrenz im Massensprint keinerlei Chance und holte seinen zweiten Tagessieg

St. Quentin/Wien - Robbie McEwen (LOT) hat die 4. Etappe der Tour über 207 Kilometer von Huy in Belgien nach St. Quentin in Frankreich im Sprint gewonnen. Der Australier zeigte sich erneut bärenstark und ließ im Finish nie einen Zweifel an seinem Erfolg aufkommen. Schon recht früh hatte er angetreten und einige Meter zwischen sich und die Konkurrenten gelegt. Julian Dean, ein Anfahrer von Thor Hushovd, kam zu Sturz, riss jedoch zum Glück keinen weiteren Fahrer mit sich.

Tom Boonen verteidigte sein Gelbes Trikot erfolgreich, hatte als Vierter im Sprint aber erneut keine Chance und muss weiter auf seinen ersten Tagessieg warten. "Das ist nicht der Tom Boonen, den man kennt", meinte Laurent Jalabert kritisch. In der Gesamtwertung hat Boonen weiter eine Sekunde Vorsprung auf Michael Rogers (AUS), fünf auf George Hincapie (USA), und sieben auf Hushovd. Hinter McEwen kamen die Spanier Isaac Galvez (CEI) und Oscar Freire (RAB) auf die Plätze. Pech hatte Erik Zabel, der Deutsche hatte auf dem letzten Kilometer Reifenschaden und konnte in die Entscheidung erst gar nicht eingreifen. Bernhard Eisel sprintete auf Rang neun, Georg Totschnig kam in den hinteren Regionen des Feldes ins Ziel. Peter Wrolich verlor in einer abgehängten Gruppe 36 Sekunden auf den Sieger.

Geprägt wurde die Etappe von einem langen Fluchtversuch einer Fünf -Mann-Gruppe, der unter anderem Egoi Martinez angehörte. Der Spanier vom Team Discovery Channel war als 22. des Gesamtklassements der bestplatzierte der Spitzengruppe. Wenige Kilometer vor dem Ziel wurden die Flüchtigen aber vom Feld geschluckt.

Lob für die Lok

McEwen hält nun schon bei zehn Etappensiegen bei der Tour. Angenehmer Nebeneffekt: Der 34-Jährige übernahm auch das Grüne Trikot, das er schon zweimal als Gesamtsieger der Sprintwertung in Paris getragen hat. "Ich habe ein fantastisches Team. Der letzte Mann vor mir, Gert Steegmans, ist wie eine Lokomotive. 200 m vor dem Ziel habe ich den Sprint lanciert und ich habe es geschafft, obwohl meine Beine sehr geschmerzt haben", erklärte McEwen. Der 34-Jährige übernahm auch das Grüne Trikot, das er schon zweimal als Gesamtsieger der Sprintwertung in Paris getragen hat. "Ich habe ein fantastisches Team. Der letzte Mann vor mir, Gert Steegmans, ist wie eine Lokomotive. 200 m vor dem Ziel habe ich den Sprint lanciert und ich habe es geschafft, obwohl meine Beine sehr geschmerzt haben", erklärte McEwen.

Eisel aus dem Rhythmus gebracht

Eisel mischte sich zum dritten Mal unter die besten Sprinter der Welt, Fortuna meinte es aber nicht gut mit ihm. "Dabei habe ich mich heute erstmals wirklich gut gefühlt", erklärte der 25-jährige Steirer, der im Finish behindert wurde und mit Mühe einen Sturz vermied. Mit Hushovd Schulter an Schulter wurde Eisel an den linken Fahrbahnrand gedrängt. Er schlüpfte gerade noch an einer Verengung vorbei und musste einige Tritte auslassen, während Hushovds Teamkollege Dean in der Fahrbahnmitte stürzte. "Ein Platz ganz vorne wäre möglich gewesen", meinte Eisel bedauernd. Am Donnerstag und Freitag könnten sich ihm in der Normandie weitere Chancen eröffnen.

54 Tour-Teilnehmer aus sechs Teams wurden Mittwoch früh Blutkontrollen unterzogen, bei denen keine Auffälligkeiten auftraten. Nach einem Bericht des deutschen Fernsehens wurde am Mittwoch ein Auto des Teams T-Mobile durchsucht, es wurden aber demnach keine verbotenen Substanzen gefunden. (red/APA)

Ergebnisse 4. Etappe (Huy - Saint-Quentin, 207 km): 1. Robbie McEwen (AUS/Davitamon-Lotto) 4:59:50 Stunden (Schnitt: 41,4 km/h) - 2. Isaac Galvez (ESP/Caisse d'Epargne) - 3. Oscar Freire (ESP/Rabobank) - 4. Tom Boonen (BEL/Quick-Step) - 5. David Kopp (GER/Gerolsteiner) - 6. Daniele Bennati (ITA/Lampre) - 7. Francisco Ventoso (ESP/Saunier Duval) - 8. Michael Albasini (SUI/Liquigas) - 9. Bernhard Eisel (AUT/Francaise des Jeux) - 10. Jimmy Casper (FRA/Cofidis) alle gleiche Zeit. Weiter: 66. Georg Totschnig (AUT/Gerolsteiner) gl. Zeit - 157. Peter Wrolich (AUT/Gerolsteiner) + 36 Sek.

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    McEwen in einer anderen Liga.

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    Keine Versehrung, Bernhard Eisel entledigt sich lediglich seines Unterleiberls.

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