Bentour-Mehrheit geht auf Reisen

27. Juli 2006, 14:31
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Reiseveranstalter-Chef Erel fädelt Management-Buyout des Türkeiurlaubs-Spezialisten ein

Wien – Der österreichische Reiseveranstalter Bentour wechselt den Besitzer, genauer den Eigentümer. Das auf Reisen in die Türkei spezialisierte Touristikunternehmen mit Sitz in Wien, das die World-of-Wonders-Clubs mitsamt ihrem Topkapi- und Kremlin-Palace-Club-Anlagen exklusiv für Österreich vermarktet, hat bisher zu 76 Prozent dem türkischen Großunternehmer Mehmet Nazif Günal (MNG) gehört. Den Rest hält Bentour-Chef Gürsel Erel, der das Unternehmen auch führt.

Er hat nun ein Management-Buyout in der Bentour International Reisen GmbH eingefädelt und dafür einen „Finanzpartner, der unsere weitere Expansion mittragen wird“, an Bord geholt, wie er sagt. Die Wiener Investoren der Connexio Alternative Investment & Holding haben die 76 Prozent Günals übernommen. Der Eigentümer des riesigen Mischkonzerns MNG in Ankara will sich wieder verstärkt auf das Baugeschäft und die damit verbundenen Großautfträge konzentrieren, erzählte Erel dem Standard.

Magic Life-Gründer

Von der Connexio weg könnten die Bentour-Anteile dereinst zum Bentour-Chef wandern, der in den Neunzigern die Magic Life Clubs bei Gulet aufgebaut hatte. Wann und wie viel Erel übernehmen könnte, ist allerdings noch völlig offen. Erel: „Wir wollen jetzt einmal gemeinsam mit unserem Partner das Geschäft weiter ausbauen“.

Bentour wurde im Jahr 2003 gegründet und hatte im Vorjahr 47.000 Passagiere, Reiseziele sind die Türkei (85 Prozent des Geschäfts), Ägypten und – seit heuer, um die vogelgrippenbedingte Türkei-Flaute auszubügeln – auch Griechenland. Der Umsatz lag im Vorjahr bei 24 Mio. Euro.

Ost-Märkte erschließen

Die neuen Expanisonspläne Erels gehen in Richtung Osten. Er will neue Kundengruppen ansprechen, speziell solche aus der Slowakei, Ungarn und Slowenien. Möglicherweise kommen aber auch neue Destinationen dazu – Länder wie Spanien oder Portugal kämen da durchaus in Frage, meint Erel.

Was den gebürtigen Türken, der seit seinem 18. Lebensjahr in_Wien lebt, besonders freut an dem Deal, den er diese Woche unterzeichnet hat: „Die anderen großen Reiseveranstalter sind in ausländischer Hand und versuchen, ihre Expansion über Vertriebsnetze zu gestalten. Wir sind österreichisch und machen es über Produktintelligenz.“ (Renate Graber, DER STANDARD Printausgabe, 06.07.2006)

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