Zahlen und Fakten für die Filmzu(ku)nft

12. Juli 2006, 10:24
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Erster Filmwirtschaftsbericht liegt vor

Wien - Der Umstand, dass österreichische Filme seit geraumer Zeit auch international Anerkennung erfahren, hat nicht zuletzt die Rede vom "Filmwunder"beflügelt. Der Ausflug in die Metaphysik konnte allerdings nur bedingt darüber hinweg täuschen, dass dessen faktische Grundlagen nur unzureichend erforscht waren.

Eine umfassende Erhebung von Daten- und Zahlenmaterial für die Filmwirtschaft (Produktion, Verleih und Vorführung) lag nämlich bis dato nicht vor - weil zum Beispiel keine gesetzliche Meldepflicht für Kinobesucherzahlen existiert. Der seit langem bestehenden Forderung nach Behebung dieses Missstandes wird nunmehr mit einem jährlichen Filmwirtschaftsbericht nachgekommen. Dessen erste Ausgabe wurde gestern, Mittwoch, von Kunststaatssekretär Franz Morak (VP), dem Geschäftsführer des Österreichischen Filminstituts (ÖFI), Roland Teichmann, und Felix Josef (Geschäftsführer triconsult) präsentiert.

Nach wie vor sei die Datenlage nicht optimal - so konnte etwa die Auswertung auf Video/DVD (noch) nicht berücksichtigt werden. Der Filmwirtschaftsbericht 2006 (der sich im Wesentlichen auf das Jahr 2004 bezieht) bietet auf 84 großteils dicht mit Listen und Tabellen bedruckten Seiten also eine umfassende Darstellung der Branche mit "Kinderkrankheiten":

So wurden 2004 Filme (Kino und TV) mit einem Bruttoproduktionswert von 188 Millionen Euro hergestellt. Wenngleich der Bericht für Kinofilme nur einen heimischen Marktanteil von 2,6 Prozent ausweist, sei der europäische Publikumsanteil von 10,6 Prozent "nicht schlecht". Dennoch müsse künftig stärker in die derzeit vergleichsweise gering dotierten Bereiche Verwertung und (Weiter-)Bildung investiert werden.

Weitere konkrete Schlussfolgerungen soll im kommenden September der Filmrat aus dieser "Faktenerhebung" ziehen. (Isabella Reicher/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.7.2006)

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