Allianz Invest: "Inflationsängste sind übertrieben"

27. Juli 2006, 14:04
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Anlageexperten erwarten volatilere Kapitalmärkte und eine weitere Abschwächung des Dollars

Wien - Die Anlageexperten des Versicherers Allianz Österreich rechnen an den Kapitalmärkten mit nachlassendem Preisdruck von der Energieseite und halten die aktuellen Inflationsängste für übertrieben. Nach den jüngsten Gewinnmitnahmen würden die Märkte volatiler erwartet, doch die Aussichten seien unverändert positiv, hieß es am Mittwoch bei einem Pressegespräch der Allianz-Gruppe Österreich.

"Auf und Ab der Märkte"

Die Unsicherheit über das Ausmaß der weiteren Zinsschritte der Notenbanken habe im zweiten Quartal zu deutlicher als erwarteten Kursrückgängen geführt, sagte Allianz Chief Investment Officer Martin Bruckner. Für das dritte Quartal sei "eher ein Auf und Ab der Märkte" zu erwarten. Die Aussichten für die Aktienmärkte seien zwar nach wie vor positiv, nach den jüngsten Erfahrungen seien die Anleger aber risikoscheuer geworden." Der Dollar werde sich gegenüber Euro und Yen weiter abschwächen.

Inflationsängste hatten in den vergangenen Monaten die Kurse an den Kapitalmärkten ins Rutschen gebracht. "Außer bei Energie gibt es praktisch keine Inflation", so der Geschäftsführer der Allianz Invest KAG, Martin Maier. Wenn der Ölpreis gleich bleibe bzw. zurück gehe, falle dieser Treiber weg. Außerdem würden Globalisierungseffekte deflationär wirken.

Hohe Renditen bei Anleihen

Sowohl im Dollar- wie auch im Euroraum seien deshalb die Renditen für zehnjährige Anleihen und die Inflationsrate bereits am oberen Ende der im Rahmen der Fünfjahresprognose erwarteten Bandbreite, künftig sei daher mit einem Rückgang zu rechnen. In Österreich etwa habe die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen von 3,30 auf über vier Prozent angezogen, und auch die Realverzinsung sei seit Jahresanfang gestiegen. (APA)

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