"Regionalisierung" der Wettervorhersagen in Österreich geplant

12. Juli 2006, 14:22
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"Meteomedia", Europas größter privater Wetterdienstanbieter, will durch mehr Messstationen bessere Prognosen erstellen

Wien - Die Bewohner des Pielachtals in Niederösterreich dürfen sich seit kurzem über ganz individuelle Wettervorhersagen freuen. "Meteomedia", Europas größter privater Wetterdienstanbieter, will die Prognosen in Österreich "regionalisieren". Kurz gesagt: Je mehr Wetterstationen vorhanden sind, desto genauer können die lokalen Eigenheiten des Wetters erfasst und präzise Angaben für einzelne Täler oder Berggebiete gemacht werden.

Postleitzahlgenaue Unwetterwarnung

Bereits im vergangenen Jahr hat "Meteomedia" in Österreich die postleitzahlgenaue Unwetterwarnung eingeführt. Das auf Wetterradar, Satellitentechnik und Wetterstationen basierende Modell ist bisher einzigartig in Europa. "Wir sehen es als wesentlichen Sicherheitsfaktor, die Lücken im staatlichen Wettermessnetz zu schließen und Gemeinden die Möglichkeit zu geben, auf präzise Vorhersagedaten zuzugreifen", betonte Chefmeteorologe Manfred Spatzierer.

Seit Errichtung der neuen Wetterstation in Kirchberg und deren Einbindung in das Warnsystem der "Meteomedia"-Unwetterzentrale kann sich das gesamte Pielachtal erstmals auf genau Wettervorhersagen verlassen. Katastrophenschutzeinrichtungen, regionale Einsatzkräfte, landwirtschaftliche Betriebe aber auch der einzelne Bürger sind so frühzeitig auf schwere Gewitter, Starkregen und Hagel vorbereitet.

"Interesse groß"

"Bis vor wenigen Jahren glaubte man noch, dass Unwetterwarnungen - wenn überhaupt - nur auf Bundesländerebene möglich sind", so Spatzierer. "Meteomedia" will in den kommenden Jahren weiter in punktgenaue Prognosen investieren und das Unwetterwarnsystem weiter ausbauen. "Das Interesse von Gemeinden und Tourismusregionen an einer Kooperation ist groß", freut sich der Chefmeteorologe. (APA)

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