Reaktionen: Weltweite Proteste

6. Juli 2006, 14:56
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NATO spricht von "ernster Bedrohung für die Stabilität in der Region"

Brüssel - Die NATO hat die neuerlichen Raketentests Nordkoreas verurteilt. Die Tests stellten eine ernste Bedrohung für die Stabilität in der Region und darüber hinaus dar, erklärten die NATO-Botschafter am Mittwoch in Brüssel. Das Bündnis forderte Nordkorea auf, künftig insbesondere Tests von Langstreckenraketen zu unterlassen.

Nordkorea hatte am Mittwoch seine Drohungen wahr gemacht und mindestens sieben Raketen getestet. Unter den abgefeuerten Flugkörpern war nach US-Angaben auch eine Taepodong-2-Langstreckenrakete. Diese kann nach Ansicht von Experten auch Ziele im US-Bundesstaat Alaska treffen. Auch die USA und Russland verurteilten die Tests.

EU-Kommission verurteilt Raketentests

Die EU-Kommission hat die neuerlichen Raketentests von Nordkorea "scharf" verurteilt. "Diese Aktionen üben einen zusätzlichen Druck auf die Stabilität der Region aus und helfen sicherlich nicht bei Bemühungen zur Nicht-Weiterverbreitung", sagte Emma Udwin, Sprecherin von EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner am Mittwoch in Brüssel.

"Wir verurteilen die durchgeführten Raketentests scharf", sagte die Kommissionssprecherin. Die EU wolle, dass Nordkorea zum Raketentest-Moratorium von 1999 und im Rahmen der Sechs-Parteien-Gespräche mit den USA, Südkorea, Russland, Japan und China an den Verhandlungstisch zurückkehre.

Russland bestellt Botschafter ein

Nach den Raketentests Nordkoreas hat das russische Außenministerium den Botschafter des Landes in Moskau einbestellt. Der Vertreter Nordkoreas solle die Gründe für die Tests von mindestens sieben militärischen Raketen darlegen, meldete die Nachrichtenagentur Itar-Tass am Mittwoch unter Berufung auf nicht näher genannte Kreise. Das russische Außenministerium hatte die Tests zuvor nachdrücklich verurteilt.

Auch der wichtigste Verbündete Nordkoreas, China, äußerte sich sehr besorgt. "Wir hoffen, dass alle Seiten Ruhe und Zurückhaltung bewahren werden", erklärte das Außenministerium. China hoffe, dass keine Maßnahmen ergriffen würden, die die Spannungen verschärfen oder weiter komplizieren. China ist der wichtigste Lebensmittel-Lieferant des verarmten Nordkorea.

Frankreich und Großbritannien verurteilen Tests

Auch die Atommächte Frankreich, Großbritannien und Pakistan reagierten auf die nordkoreanischen Raketenversuche. Paris rief Pjöngjang zur "strikten Einhaltung" des 1999 ausgesprochenen Moratoriums für Tests von Langstreckenwaffen auf. Paris teile die Sorgen der Nachbarn Nordkoreas, erklärte das Außenministerium. Diese Sorgen bestünden besonders angesichts "der Möglichkeit, dass solche Raketen Massenvernichtungswaffen transportieren können".

Frankreich betrachte Nordkorea als einen "Hauptakteur bei der Verbreitung von Raketen in der Welt". Dies stehe dem "Bestreben nach Sicherheit und Stabilität in Nordostasien entgegen", erklärte das Ministerium.

Großbritannien verurteilten die jüngsten Raketentest ebenfalls und forderten die Regierung in Pjöngjang auf, derartige Versuche endgültig einzustellen. "Diese Tests sind provozierend und dienen allein der Anheizung von Spannungen in der betroffenen Region", erklärte Außenministerin Margaret Beckett. Im Vorfeld einer Beratung des UN-Sicherheitsrates in New York, zu dessen fünf ständigen Mitgliedern London gehört, erklärte sie, Nordkorea müsse einem Testmoratorium zustimmen.

"Die einzige Möglichkeit für die Demokratische Volksrepublik Korea, internationale Sorgen über ihre Nuklear- und Raketenprogramm zu zerstreuen, besteht in diplomatischen Verhandlungen", sagte Beckett. Sie rief Pjöngjang auf, zu den Sechsparteien-Gesprächen über sein Atomprogramm zurückzukehren.

- Pakistan "bedauert"

Pakistan nannte die Raketenversuche "eine bedauerliche Entwicklung". Die Verbreitung von Kernwaffen sei "eine bedeutende Quelle internationaler Beunruhigung", sagte Außenminister Khurshid Kasuri am Mittwoch in Paris. Pakistan habe Nordkorea in keiner Weise geholfen, die nötigen Technologien zu erhalten, und achte die "internationalen Gepflogenheiten" zur Vermeidung der Verbreitung von Atomwaffen. Pakistan testet selbst Atomraketen.

Indonesien kündigte an, einen Sondergesandten nach Nordkorea zu schicken. Der Diplomat solle zum einen den anstehenden Besuch von Präsident Susilo Bambang Yudhoyono vorbereiten, zum anderen eine Botschaft des Präsidenten zur jüngsten Raketenkrise überbringen. (APA/Reuters)

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