Was bedeutet die Förderung für industrielle Forschung?

12. Juli 2006, 15:11
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Forschungsrat will Wirkungsanalyse durchführen - Instrumente fehlen zur Zeit jedoch noch

Wien - Auf Druck der mit den Themen Wissenschaft und Forschung betrauten Ressorts will der Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) die Wirkung der Forschungsförderung untersuchen lassen. "Jeder Steuerzahler und auch die Politik will wissen, was bringt das denn, was wir vor acht, zehn Jahren in die Grundlagenforschung gesteckt haben, wann führt das zu Arbeitsplätzen, neuen Produkten und Verfahren, und was bedeutet die Förderung für die industrielle Forschung", sagte RFT-Chef Knut Consemüller Dienstag Abend vor Journalisten.

Auf der Suche nach Kriterien

Was noch fehlt, ist das Instrument für eine solche Wirkungsanalyse. "Kein Land hat bisher den Stein der Weisen dafür gefunden", so Consemüller. Gesucht werden vor allem Kriterien, welche die Wirkung von Forschungsförderung abbilden. Klar sei, dass sich beispielsweise Patente nicht dafür eignen würden, denn die zeitliche Differenz zwischen der Förderung in die Grundlagenforschung und der Zuerteilung eines Patents sei zu groß.

Klar sei auch, dass es unterschiedliche Zeitläufe gebe. Während etwa im Werkstoffbereich zehn bis 15 Jahre vergingen, bis aus der Grundlagenforschung ein neues Produkt entstehe, gebe es im Life-Science-Bereich schon nach drei Jahren Arbeitsplätze.

Derzeit werde das weitere Vorgehen mit dem Finanzministerium sowie den anderen Ressorts diskutiert. Consemüller hofft, im Herbst Aussagen machen zu können, "was machbar ist".

"Vieles müsse sich nicht rechnen"

RFT-Vizepräsident Günther Bonn hält die Forderung nach einer Wirkungsanalyse für "legitim". Er betonte aber, dass sich "Vieles nicht rechnen muss". Der Output müssten nicht immer Arbeitsplätze sein, es gebe auch andere gesellschaftliche Auswirkungen von Forschungsbereichen. (APA)

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