Wissenschafter prangert Handel mit Affenfleisch in Europa und Nordmerika an

7. Juli 2006, 11:45
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6.000 Kilo illegales "Buschfleisch" landen laut Untersuchung auf Märkten in Großstädten - Ein Viertel aller Affen- und Halbaffenarten steht vor der Ausrottung

London - Fleisch von Affen und anderen Urwaldtieren aus Afrika landet einer Untersuchung zufolge oft auf Tellern in Westeuropa und Nordamerika. Das so genannte Buschfleisch werde auf illegalen Märkten in mehreren Großstädten außerhalb Afrikas teuer als Delikatesse verkauft, berichtet das in London erscheinende Magazin "New Scientist" in seiner neuen Ausgabe.

Der Wildbiologe Justin Brashares von der University of California in Berkeley untersuchte demnach mit 15 Helfern illegale Fleischmärkte in Paris, Brüssel, London, New York, Chicago, Los Angeles, Toronto und Montreal. Mehr als 6.000 Kilo Buschfleisch würden jeden Monat allein auf diesen Märkten gehandelt, sagte Brashares.

Teile von Primaten

Die Forscher entdeckten dort Hände, Beine und Köpfe von Schimpansen und Gorillas. Große Fleischmengen stammten offensichtlich auch von Pavianen und Meerkatzen sowie von Antilopen, sagte Brashares. Verkauft würden auch illegal geschlachtete Nagetiere, Reptilien und Vögel.

Vor Ausrottung

Von dem umfangreichen Handel mit Buschfleisch lebten in Afrika tausende Menschen, sagte Glyn Davies von der Zoologischen Gesellschaft in London dem Journal. Nach Einschätzung internationaler Naturschutzorganisationen steht ein Viertel aller Affen- und Halbaffenarten vor der Ausrottung - unter anderem wegen der traditionellen Jagd auf diese Primaten. Affenfleisch, das in mehreren afrikanischen Ländern als Spezialität gilt, steht auch im Verdacht, Krankheiten zu übertragen. (APA/dpa)

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    Wildbiologe Justin Brashares untersuchte illegale Fleischmärkte in Paris, Brüssel, London, New York, Chicago, Los Angeles, Toronto und Montreal: Affenfleisch ist keine Rarität.

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