Kleiner Zwischenfall: Rauchbombe in Wahllokal

5. Juli 2006, 19:05
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Beteiligung bis 10.00 Uhr bei 10 Prozent - Wahlkommission will bis Mitternacht vorläufiges Endergebnis vorlegen

Skopje/Belgrad - Bisher ist ein Zwischenfall bei den Parlamentswahlen in Mazedonien zu verzeichnen gewesen, der aber nur geringfügige Auswirkungen hatte: Eine Rauchbombe wurde noch vor Abstimmungsbeginn am Mittwoch um 07.00 Uhr in der Früh durch das Fenster eines Wahllokals geworfen. Das Wahllokal in der Hauptstadt Skopje habe daher erst mit einstündiger Verspätung geöffnet werden können, teilte der Sprecher der staatlichen Wahlkommission, Zoran Tanevski, mit.

Weniger Beteiligung erwartet

Ansonsten verlaufe die Wahl plangemäß, sagte Tanevski laut Medien weiter. Die Wahlbeteiligung bis 10.00 gab er mit 10 Prozent an. Bei der Parlamentswahl vor vier Jahren lag die Gesamtbeteiligung bei 73 Prozent. Wegen der Urlaubszeit dürften diesmal weniger Bürger zur Abstimmung gehen.

Der Wahltag ist in Mazedonien arbeitsfrei. Die rund 1,7 Millionen Stimmberechtigten haben bis 19.00 Uhr Gelegenheit, sich für eine der 33 Parteien bzw. Bündnisse zu entscheiden. Ein vorläufiges Endergebnis hat die Wahlkommission bis Mitternacht angekündigt. Die Wahlstäbe der führenden Parteien wollen schon ab 21.00 Uhr erste Hochrechnungen präsentieren.

Im Wahlkampf kam es mehrmals zu Zwischenfällen zwischen Anhängern der führenden Albaner-Parteien, der mitregierenden Demokratischen Integrationsunion (DUI) und der oppositionellen, nationalistischen Demokratischen Partei der Albaner (DPA). Die Abschlusskundgebungen verliefen ruhig.

Umfragen

Meinungsumfragen deuteten auf eine leichte Führung der oppositionellen, national-konservativen VMRO-DPMNE (Innere Mazedonische Revolutionsorganisation-Demokratische Partei für Nationale Einheit Mazedoniens) des früheren Finanzministers Nikola Gruevski vor dem regierenden Sozialdemokratischen Bund (SDSM) von Ministerpräsident Vlado Buckovski hin.

Der Urnengang gilt als Test für die demokratische Reife des kleinen, aus Jugoslawien hervorgegangenen Landes, dem im Dezember der Status eines EU-Beitrittskandidaten verliehen wurde. Bei allen in den vergangenen fünfzehn Jahren abgehaltenen Wahlen wurde über größere oder kleinere Unregelmäßigkeiten berichtet. (APA)

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