Taxifahrer-Streik in Italien

6. Juli 2006, 13:46
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Flughafentaxis fuhren teilweise nur 20 km/h - Gegen neue Regelungen für die Vergabe von Lizenzen im Taxigewerbe

Rom - .

Am fünften Tag hintereinander Folge setzten die italienischen Taxifahrer in mehreren Städten ihren Protest fort. Zu starken Behinderungen kam es auch auf Flughäfen und Bahnhöfen, wo Reisende - und dies ausgerechnet zu Beginn der Feriensaison - lange auf die weißen Autos warten mussten. Auf der Strecke zwischen Rom und dem römischen Flughafen Fiumicino behinderten die Taxiinhaber den Verkehr unter anderem auch dadurch, dass sie sich nur im Tempo von 20 km/h fortbewegten.

Die Demonstranten skandierten Proteste gegen Ministerpräsident Romano Prodi, der am vergangenen Freitag eine Lockerung der Regelungen für die Vergabe von Lizenzen im Taxigewerbe beschlossen hat. Nach Angaben der Organisatoren des Protests werden in Rom 40.000 Taxifahrer aus ganz Italien erwartet.

Landesweiter Streik am 11.Juli

Künftig sollen die Gemeinden frei über die Vergabe von Taxi-Lizenzen verfügen können und diese für Großereignisse auch punktuell vermehren dürfen. Weiter soll ein Fahrer neu mit einer Lizenz mehrere Taxis unterhalten können. Der Markt soll dadurch geöffnet werden, was für die Konsumenten Einsparungen bedeuten würde. Die Taxifahrer, die zu den bestorganisierten und kämpferischsten Lobbys in Italien zählen, befürchten, dadurch ihre Machtposition zu verlieren. Mehrere von ihnen haben hohe Summen für die teuren Lizenzen gezahlt, die jetzt liberalisiert werden sollen. Am 11. Juli planen die Fahrer aber einen landesweiten Streik, der das Taxigewerbe vollständig lahm legen soll.

Ministerpräsident Prodi will nicht nachgeben. Er bekräftigte, dass er an den Liberalisierungen festhalten wolle. "Ich bin bereit, über konstruktive Vorschläge zu diskutieren, es müssen aber mehr Taxis in Italien fahren", meinte Industrieminister Pierluigi Bersani am Mittwoch. Der Premier kündigt unterdessen weitere Schritte zur Beseitigung von Wettbewerbshindernissen an. So seien etwa die Kosten der Autoversicherungen und der Bankkonten im Vergleich zu anderen EU-Ländern zu hoch. (APA)

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