Zeitung: Terroristen halten Geisel in Gaza-Bunker gefangen

5. Juli 2006, 16:11
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Israelische Soldaten erschossen militanten Palästinenser in Jericho

Gaza/Ramallah/Tel Aviv - Palästinensische Extremisten halten den entführten israelischen Soldaten einem Zeitungsbericht zufolge in einem unterirdischen Bunker im Gaza-Streifen gefangen. Mit dem Rekruten hielten sich sieben Entführer versteckt, berichtete die israelische Tageszeitung "Yedioth Ahronoth" am Mittwoch unter Berufung auf arabische Vermittler. Unterdessen haben israelische Soldaten am Mittwoch in Jericho im Westjordanland einen militanten Palästinenser erschossen.

Kein Kontakt zur Außenwelt

Um den Kontakt zur Außenwelt möglichst gering zu halten, ernährten sich die Geiselnehmer in dem Bunker von im Vorfeld gelagerten Lebensmitteln. Die Entführer des 19-jährigen Gilad Shalit hätten zudem ihre Mobiltelefone ausgeschaltet. Sie würden nur mit ihren Anführern kommunizieren.

Israel hatte die Palästinenser gewarnt, dass der "Himmel auf sie herabfallen" werde, sollten die Entführer ihren Opfer etwas antun. Zu den drei Gruppen, die den Israeli verschleppt haben, gehört auch der bewaffnete Arm der regierenden Terrororganisation Hamas. Kurz nach Ablauf eines Ultimatums hatten die Geiselnehmer am Dienstag erklärt, aus religiösen Gründen keine Gefangenen zu töten. Die Terroristen fordern von Israel die Freilassung von tausend palästinensischen Gefangenen. Israel lehnt dies ab. Stattdessen ist die israelische Armee in den südlichen Gaza-Streifen vorgedrungen, wo sie den verschleppten Rekruten vermutet.

Westjordanland: Mitglied der Al-Aksa-Brigaden getötet

Eine Armeesprecherin Tel Aviv sowie palästinensische Sicherheits- und Krankenhauskreise bestätigten die Tötung eines Palästinensers in Ein el Sultan bei Jericho im Westjordanland. Der 37-jährige Mann habe sich einer Festnahme in seinem Haus entziehen wollen und die Flucht versucht. Der Mann, ein Mitglied der Al-Aksa-Brigaden, sei beim Weglaufen von sieben Kugel tödlich getroffen worden.

Der bewaffnete Arm der Hamas drohte Israel unterdessen mit neuer Gewalt. Jedes "Verbrechen" der israelischen Armee im Gaza-Streifen und im Westjordanland werde neues "Unheil" über Israel bringen, erklärten die "Brigaden Ezzedin al-Kassam" am Mittwoch. Der Raketentreffer in eine Schule in Ashkelon bei Tel Aviv am Dienstag sei eine der "dem Feind versprochenen Überraschungen".

Die Ezzedin al-Kassam-Brigaden hatten sich zu dem Raketenbeschuss vom Vortag bekannt; ebenso als eine von drei Terrorgruppen zu der Entführung Shalits am Sonntag vergangener Woche.(APA/Reuters/dpa)

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