Geld für grenzenlose Partnerschaften

11. Juli 2006, 20:14
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Fördergelder für Innovationen: Wer mit Osteuropa kooperiert, kann auf Geld vom Programm Cir-ce hoffen

Der heimische Mittelstand braucht Fördergelder, um Innovationen marktreif zu machen. Wer auch noch Kooperationsideen mit dem Osten Europas hat, darf auf Geld vom Programm Cir-ce hoffen - ob es nun neue Biomasse-Heizkessel sind oder Pulverspritzgussverfahren.

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Die nächste Heizsaison kommt bestimmt. Von heimischen Unternehmen entwickelte Industrie-Verbrennungstechnologien für feste Biomasse werden wohl in Zukunft vermehrt eingesetzt, schon jetzt genießen sie auch international einen guten Ruf. Die Salzburger Firma Hartl Energy Technology zum Beispiel entwickelt Eastpell. In diesem Projekt sollen Biomasse-Kessel für den Haushalt hergestellt werden - gemeinsam mit Entwicklern aus Bulgarien und der Slowakei. Diese Heizkessel sind eine teure Angelegenheit und vor allem im Osten kaum erschwinglich. Die Idee dieses "Innovationsprojekts": "aufbauend auf der Basistechnologie die Kesselanlage so zu adaptieren, dass sie den Markterfordernissen in den zentraleuropäischen Ländern entspricht", so Firmenchef Herbert Hartl.

Der Heizkessel ist eines der Projekte, die von Cir-ce, einem grenzüberschreitenden Förderungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit, unterstützt werden. Das Nachfolgeprogramm der im Jahr 2002 initiierten Strapamo-Pilotaktion zur besseren Zusammenarbeit zwischen heimischen und mittel-und osteuropäischen Technologieunternehmen - hat die erste Ausschreibung - die Deadline war vergangenen September - längst beendet. Von 40 Anträgen hat eine unabhängige Jury vierzehn Konsortien ausgewählt, die nun bei der Umsetzung ihrer Ideen mit insgesamt ca. zwei Millionen Euro unterstützt werden. Die Themenbereiche umfassen Umwelt-, Informations-und Werkstofftechnologie.

KMUs profitieren

Bewerben konnte sich jede österreichische Organisation, die eine innovative Idee vorgelegt hat und dazu mit mittel-und osteuropäischen Unternehmen kooperiert. "Das waren in erster Linie Impulszentren und Cluster, die über die nötigen Kontakte und Kapazitäten für eine erfolgreiche Kooperation verfügen. Profitieren sollen aber letztlich die KMU", sagt Birgit Baumann, die in der FFG (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) für das Programm-Management von Cir-ce verantwortlich ist.

Das Förderungsprogramm ist in zwei Haupt-Projektkategorien aufgeteilt: Einerseits sind das Netzwerkprojekte, die von so genannten "Intermediates", also Institutionen für Technologie- und Wissenstransfer (Impulszentren, Kompetenzzentren, Cluster, etc.) getragen werden. Diese werden bis zu eineinhalb Jahre mit bis zu 75 Prozent oder max. 150.000 Euro gefördert.

Die zweite und bei der kommenden Ausschreibung Ende 2006 bei weitem gewichtigere Kategorie sind Innovationsprojekte. In diesen sollen neue Produkte und Dienstleistungen in Kooperation mit ausländischen Unternehmen entwickelt werden. Die Innovationsprojekte werden bis zu drei Jahre mit maximal 45 Prozent oder 400.000 Euro gefördert. Die Partner aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa werden pro Land mit maximal 25 Prozent gefördert. Sind mehrere Länder in das Projekt involviert, erhalten diese bis zu 40 Prozent der Förde- rung. "Die Projekte werden ausschließlich nach ihrer Qualität ausgewählt", sagt Birgit Baumann. "Je konkreter die Projekte sind, desto besser."

Weitere bereits geförderte Projekte zeigen, dass vor allem der heimische Mittelstand bei Cir-ce eingereicht hat: Das Europäische Zentrum für Erneuerbare Energie in Güssing (EEE) und Varazdin in Kroatien erstellen Studien und entwickeln Technologien für energieautarke Gemeinden wie Güssing. Die VCE Holding sucht dagegen gemeinsam mit österreichischen und tschechischen Partnern nach technische Lösung zur Bestimmung der exakten Seilkraft.

Die FOTEC Forschungs-und Technologietransfer GmbH schließlich will mit Partnern aus Österreich, Serbien und Montenegro sowie Bosnien und Herzegowina in einem Netzwerk zwischen Technologie und Anwendung die Technologie des Pulverspritzgussverfahrens in den Bereichen Elektronik, Sensorik und Regelungstechnik nutzen. (Gunther Müller/DER STANDARD Printausgabe, 5. Juli 2006)

Link:
FFG
  • Technologieentwickler aus Österreich wollen mit osteuropäischen Partnern einen Biomasse-Heizkessel für den Hausgebrauch bauen.
    foto: standard/fischer

    Technologieentwickler aus Österreich wollen mit osteuropäischen Partnern einen Biomasse-Heizkessel für den Hausgebrauch bauen.

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