Schwerarbeiter bitte melden - die Frist läuft

6. Juli 2006, 16:16
2 Postings

Seit 1. Juli Antrag möglich - Nur kurze Fristen

Wien - Schwerarbeiter sollten sich beeilen. Die Arbeiterkammer macht gegenüber der APA darauf aufmerksam, dass die Frist zur Feststellung von Schwerarbeitszeiten bereits seit 1. Juli läuft. Wer Interesse hat und sich anspruchsberechtigt wähnt, möge sich ehe baldigst an die Pensionsversicherungsanstalt wenden, ansonsten könnte es sich durch Kündigungsfristen und die Sachbearbeitung nicht mehr ausgehen, schon ab 1.1. 2007 - dem Datum des Inkrafttretens - von der begünstigten Pensionsart profitieren zu können.

Der Vorteil der Schwerarbeitspension besteht in einem früheren Pensionsantritt (frühestens mit 60) und in der Vermeidung der Korridorabschläge. Voraussetzung für die Nutzung ist, dass während der letzten 20 Jahre des Erwerbslebens zehn Jahre in besonders belastenden Tätigkeiten verbracht wurden und insgesamt 45 Versicherungsjahre vorliegen. Dann ist es möglich, mit 60 vorzeitig in den Ruhestand zu treten.

"Schwere körperliche Arbeit"

Unter Schwerarbeit verstanden wird unter anderem unregelmäßige Nachtarbeit zwischen 22 Uhr und 6 Uhr im Ausmaß von mindestens 6 Stunden und zumindest an sechs Arbeitstagen im Kalendermonat. Auch regelmäßige Tätigkeiten unter extremer Hitze oder Kälte sowie unter chemischen und physikalischen Einflüssen oder im Pflegebereich können anerkannt werden. Ebenfalls berücksichtigt werden Arbeiten von Behinderten ab Anspruch auf Pflegegeld 3 sowie schwere körperliche Arbeit.

Letztere Tätigkeiten werden wohl jene sein, die am Häufigsten zur Anerkennung kommen. Um eine genauere Definition für die Pensionsversicherungsanstalt zu schaffen, wird bis zum Herbst im Sozialministerium einer Liste von Tätigkeiten erstellt, bei denen während acht Stunden typischerweise mindestens 2.000 Arbeitskilokalorien (das ist der Grenzwert bei Männer) verbraucht werden. Die AK geht davon aus, dass bei Arbeiter(oder angestellten-)tätigkeiten mit überwiegendem körperlichen Einsatz die verlangte Grenze überschritten wird (z.B. Bauhilfsarbeiten ohne Maschineneinsatz, Schlosser auf Montage, etc).

Nur für Männer

Bleibt noch die Frage, für wen es sich jetzt schon auszahlt, einen Feststellungsantrag bezüglich der Schwerarbeitszeiten zu stellen - jedenfalls fürs Erste nur für Männer, denn Frauen können bis 2010 die Schwerarbeitspension nicht nutzen. Grundsätzlich einen Antrag stellen kann man ab dem 57. Lebensjahr, wirklich sinnvoll und nach Angaben der Arbeiterkammer "dringend zu empfehlen" wird es aber erst, wenn man noch heuer 60 wird und damit schon ab 1. Jänner profitieren könnte oder das Alter bereits erreicht hat. Konkret gemeint sind damit Männer, die zwischen Oktober 1944 (Ältere können noch die Frühpension wegen langer Versicherungsdauer nutzen, Anm.) und Dezember 1946 geboren sind.

In diesem Fall sollte man sich beeilen, da auch die Kündigungsfristen zu beachten sind. Bei Arbeitern kann diese für Dienstnehmer abhängig von der Beschäftigungsdauer bis zu sechs Wochen, bei Angestellten bis zu sechs Monate betragen. In diesen Fällen erscheint eine Antragsstellung und eine entsprechende Bearbeitung durch die Pensionsversicherungsanstalt besonders dringlich.

Keinen Gedanken an die Schwerarbeiter-Regelung verschwenden sollten jene Männer, die noch die Voraussetzungen für die auslaufende Hacklerregelung erfüllen. Wer 45 Beitragsjahre zusammenhat, sollte diese Pensionsform wählen, weil für sie 2007 keine Abschläge vorgesehen sind. (APA)

Share if you care.