Zweisprachige Schilder Bleiburg und Ebersdorf fertig

5. Juli 2006, 15:35
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Aufstellung von "Bleiburg/Pliberk" und "Ebersdorf/Dresa vas" demnächst - Verkehrslandesrat Dörfler: "Ich hoffe, dass Herr Vouk das jetzt lesen kann"

Klagenfurt - Die neuen zweisprachigen Ortstafeln von Bleiberg und Ebersdorf sind produziert und werden in den kommenden Tagen aufgestellt. Die bisherigen deutschsprachigen Tafeln dieser beiden Südkärntner Orte waren in die Schlagzeilen geraten, als sie unter Mithilfe von Landeshauptmann Jörg Haider (B) im Februar dieses Jahres um einige Meter versetzt worden waren. Haider wollte auf diese Weise das Aufstellen deutsch-slowenischer Tafeln verhindern.

Zwei neue Tafeln

Mit der demnächst erfolgenden Installierung von "Bleiburg/Pliberk" und "Ebersdorf/Dresa vas" wird Verordnungen des Bundeskanzleramtes und der Bezirkshauptmannschaft Völkermarkt Rechnung getragen. Der Bund hatte einem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) entsprochen und die Topographieverordnung von 1977 um diese beiden Orte ergänzt. Der VfGH war auf Grund der "Schnellfahr-Aktionen" des Slowenenfunktionärs Rudi Vouk durch Ortsgebiete mit rein deutschen Aufschriften tätig geworden.

"Ich hoffe, dass der Herr Vouk das jetzt lesen kann", meinte der für die Aufstellung der Tafeln zuständige Kärntner Verkehrslandesrat Gerhard Dörfler (B), der Mittwoch in der Früh im Beisein zweier Journalisten und eines Fotografen bei der Fertigstellung der letzten Ortstafel selbst mit Hand anlegte. Dörfler forderte den Slowenenvertreter in seiner Eigenschaft als Kindergartenreferent gleichzeitig auf, sich künftig in verbautem Gebiet an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit zu halten. "Sonst wird man seine Fahrtauglichkeit überprüfen müssen", meinte der Landesrat.

"Ganz genau aufgepasst"

Insgesamt wurden in der Klagenfurter Firma ITEK Kaltenhauser OEG drei große Ortsschilder von "Bleiburg/Pliberk" und je ein großes und ein kleines von "Ebersdorf/Dresa vas" hergestellt. "Dresa" schreibt sich übrigens mit einem "Hacek" über dem "s". Als vor einem Jahr in Südkärnten einige zweisprachige Ortsschilder aufgestellt wurden, war bei der Ortschaft Schwabegg beim slowenischen Namen Zvabek der Hacek vergessen worden. "Wir haben deshalb ganz genau aufgepasst", meinte Schilderproduzent Karl Kaltenhauser jetzt im Gespräch mit der APA.

Der ITEC-Chef erklärte auf Anfrage weiters, dass ein Ortsschild 500 Euro koste, mitsamt den Rohren zur Aufstellung und den Montagekosten komme man auf 1.500 Euro. Zur Produktion werde eine hochwertige Folie verwendet, die ein Blenden durch Sonneneinstrahlung stark reduziere. "Auf die Tafeln wird zehn Jahre Haltbarkeitsgarantie gegeben", schilderte Kaltenhauser.

Wann genau die neuen Ortstafeln aufgestellt werden, konnte Landesrat Dörfler noch nicht sagen. Am (morgigen) Donnerstag werde dies aber nicht der Fall sein, "denn da haben wir Landtag". Zum jetzt erzielten Ortstafel-Kompromiss meinte der BZÖ-Politiker: "Es gibt immer ein paar Vouks und ein paar Schretters (Kärntner Abwehrkämpferbundobmann Fritz Schretter), die man nicht zur Vernunft bringt. Aber die Mehrheit ist froh, dass jetzt eine Lösung da ist."

(APA)

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